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Die sieben Autoren haben ihre Beiträge so gut aufeinander abgestimmt, daß die sieben in sich geschlossenen, selbständigen Arbeiten, aus denen das Buch besteht, ein Ganzes bilden. Während der Leser in einem »Vielmännerbuch« sich sonst erst anstrengen muß, Ungereimtes miteinander zu verbinden, hat er es hier nicht schwer, der gemeinsamen Anstrengung und der gleichartigen wissenschaftlichen und ethischen Orientierung der Autoren zu folgen. Sie wollen nachweisen, daß die im Untertitel gestellte Frage mit Nein zu beantworten ist. Die Autoren, die alle Mitarbeiter am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt a. M. sind oder waren (S. 224, 225) und die sich auf weitere zwölf Mitarbeiter in und um das genannte Institut stützen können (S. 7), vermitteln durchaus den Eindruck, daß die hierfür kompetente, durch Tradition und Erfahrung prädestinierte, wissenschaftlich und therapeutisch bestens gerüstete Phalanx aufgebrochen ist, um endlich das Vorurteil zu beseitigen, das da lautet: Proletarier kann man nicht pychoanalysieren. Hier muß ich erst einmal einhalten, den Inhalt des Buches referieren, denn schon habe ich meine eigenen Erwartungsvorstellungen (lies: Vorurteile) in die vorliegenden Untersuchungen hineinprojiziert: Von Proletariern ist im Buch nicht die Rede, sondern von Angehörigen der »Unterschicht«.
In einer ausgewogenen und eingehenden Diskussion der gesamten vorliegenden Literatur über die Frage, ob und wie die Psychoanalyse oder andere psychoanalytisch orientierte Therapieverfahren für Angehörige der Unterschicht anwendbar wären, kommen Menne und Schröter (die Herausgeber) im ersten Abschnitt des Buches (S. 7-34) zu dem vorläufigen Ergebnis, daß die soziale Herkunft doch wohl kein absolutes Hindernis für die psychoanalytische Behandlung darstellen sollte oder dürfte. Das imposante Literaturverzeichnis enthält 72 Titel, die sich ausschließlich oder zumindest eingehend mit dem Problem der tiefenpsychologischen Therapie von Armen, blue-collar-workers, Unterschichtpatienten,