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Der vorliegende Sammelband vereinigt die wichtigsten Schriften des ebenso im angelsächsischen wie im deutschen Schrifttum wenig bekannten Psychotherapeuten zur psychoanalytisch orientierten Gruppentherapie. Der Herausgeber hat die zahlreichen Aufsätze in die Bereiche Theorie, Technik, Kasuistik und Anwendung unterteilt. Zwei besondere Abschnitte sind der Auseinandersetzung mit anderen Richtungen der analytischen Gruppentherapie und den Beziehungen zwischen diesem besonderen therapeutischen Verfahren und der Gesellschaft gewidmet. D. Sandner weist W. Schindler neben W. R. Bion, A. Wolf und E. K. Schwarz sowie S. H. Foulkes eine spezielle vierte Position unter den Vertretern der psychoanalytisch orientierten Gruppenpsychotherapie zu. Dies ist insofern absolut gerechtfertigt, als Walter Schindler zwei wichtige Beiträge zum Verständnis des Phänomens Gruppe geleistet hat: 1. Er sieht die Gruppe als Ganzes wie eine Mutter, den Leiter wie einen Vater und die einzelnen Gruppenmitglieder wie Geschwister . In dieser Perspektive würden übrigens die heute so aktuellen Selbsthilfegruppen unbewußt auch die Mutter ersetzen. Demnach wären sie im Grunde gar nicht so selbständig, wie sie sich geben und wie sie meist dargestellt werden; nach Meinung des Rezensenten eine durchaus plausible Erklärung für die Attraktivität von Gruppen in einer Gesellschaft, die nicht nur als vaterlos, sondern auch als mutterlos gekennzeichnet zu werden verdient, spielt sich doch die Emanzipation der Frau überwiegend im beruflichen Feld und weniger in Rolle und Funktion der Mutter ab. 2. Gleichzeitig entwickelte W. Schindler das Konzept der »Gruppenpersönlichkeit« , das H. Argelanders Gruppenverständnis, das an Freuds Strukturmodell orientiert ist, vorwegnimmt.
Der Leiter einer therapeutischen Gruppe vermittelt nach W. Schindler in seiner Fachautorität gleichermaßen »mütterliche Hilfe« (S. 57) und Sicherheit gewährenden väterlichen Schutz: Wie ein Gärtner schafft er die nötigen allgemeinen Voraussetzungen