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Ein Wilhelm Stekel gewidmetes Buch in einer der Freudschen Psychoanalyse gewidmeten Zeitschrift zu empfehlen, erscheint zwar ungewöhnlich, ist aber aus folgenden Gründen gerechtfertigt: 1. als Beitrag zur frühen Geschichte der Psychoanalyse in einer Zeit, in der Stekel noch zu Freuds geschätzten Schülern zählte und sich an der Weiterentwicklung der Psychoanalyse engagiert beteiligte, 2. wegen der lebendigen, ausführlichen und detaillierten Fallgeschichten, in denen sich die Psychoanalytiker jener Zeit, noch frei von schulischen Besonderheiten, streng orientiert am Fallmaterial, um ein Verständnis der Symptome, des Verhaltens, der Träume und der Assoziationen des Patienten bemühten, 3. wegen der großen Bedeutung, die Stekel den »Störungen des Trieb- und Affektlebens« beimißt, was in zehn Bänden mit an die achthundert Fallschilderungen belegt wird, wobei sexuelle und perverse Motive ebenso herausgearbeitet sind wie aggressive und kriminelle Impulse, und schließlich 4. wegen der besonders praxisnahen Schilderung der Art des Umgangs mit den Patienten in der analytischen Situation.
Während die drei erstgenannten Aspekte für sich selbst sprechen, verdient der letzte Punkt besondere Beachtung, geht es doch hier um die umstrittene »aktive« Technik, die Stekel gegenüber der sonst empfohlenen passiv-abwartenden Haltung des Analytikers entschieden bevorzugt; eine Polarität, die bekanntlich später auch zwischen Freud und Ferenczi eine Rolle spielte. Eine derartige personelle Zuschreibung bestimmter Techniken scheint dem Rezensenten indessen nicht ganz gerechtfertigt. Er möchte vielmehr die Behauptung wagen, daß auch Freud in seinen analytischen Behandlungen zuzeiten relativ aktiv war, z. B. im Falle des Wolfmannes, dessen Therapie er zeitlich befristete, oder in Fällen mit Phobie, in denen er den Patienten riet, sich der Angst bewußt zu stellen. Es ist aber zweifellos das Verdienst Walter Schindlers, am Beispiel Stekels darauf aufmerksam gemacht zu haben, wie aktiv damals analyt