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James S. Burt, amerikanischer Operateur aus Ohio, stellte jüngst vor der Academy of Sex Research in Bloomington, Indiana, USA, sein chirurgisches Therapiekonzept für anorgastische Frauen vor: er zerschneidet die weibliche Beckenbodenmuskulatur und verlagert die Vagina so, daß beim Koitus ein direkter Kontakt zwischen Penis und Klitoris möglich wird. Begründung: klitorale Stimulation sei für manche Frauen unbedingte Voraussetzung, um zum Orgasmus zu kommen. — Fürwahr ein Skandal, Empörung ist am Platz. Und dennoch — Burt ist nur methodisch ein Außenseiter seines Berufsstandes, in bezug auf die körperzentrierte Haltung der Medizin in den letzten 100 Jahren ist er ein allzu typisches Symptom.
Psychotherapieformen führen auch heute noch ein Schattendasein in der Heilkunst. In der Behandlung sexueller Störungen hat sich nur die Psychoanalyse in den vergangenen Jahrzehnten ein schmales Terrain erobern können. Erst seit Masters und Johnson ihre grundlegenden Untersuchungen veröffentlicht haben, ist ein neuer Behandlungsansatz für sexuelle Störungen zur Grundlage einer wachsenden therapeutischen Praxis geworden. Helen Singer Kaplan hat diesen Ansatz übernommen, theoretisch fundiert und kasuistisch nuanciert dargeboten. 1974 publizierte sie The New Sex Therapy, ein Jahr später The Illustrated