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Die übliche Beschäftigung mit Indien, diesem anscheinend ewigen »Wunderland des Orients«, folgt in der Regel den gängigen Linien der Abwehr von Angst gegenüber dem Fremden: Ob nun von der Romantik bis hin zu den spirituellen Heilslehren gegenwärtiger Gurus Indien verklärt und mystifiziert wird, ob einzelne Indologen die traditionsreiche Kultur an wahrhaft gewaltigem Textmaterial überwiegend philologisch-rationalisierend interpretieren, ob Entwicklungshilfetheoretiker und -politiker mit einer Unzahl von neuen sozialen Modellen experimentieren oder ob Indien in der deutschen Presse durch die Unfähigkeit zur Kuhschlachtung vertreten ist, immer wieder bietet gerade dieses Land sich an, die in der eigenen Kultur verdrängten Wünsche und Bedürfnisse darauf zu projizieren. Kein Wunder also, daß ein derartig ethnozentrischer Zugang, dem in verdeckter Form Züge des Rassismus entsprechen, sich das Fremde immer wieder als totes, museales Objekt einverleiben muß, daß dem Indientouristen in den Reiseführern eine Menge über Reiseformalitäten, die jahrtausendealte Geschichte, berühmte Baudenkmäler und schöne Land-Schäften