You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Intention des von K. H. Weger unter Mitarbeit von über fünfzig Fachwissenschaftlern herausgegebenen Autorenlexikons der europäischen Religionskritik von der Aufklärung bis zur Gegenwart ist es, »eine überschaubare und verläßliche Information über die religionskritischen Argumente eines bestimmten Autors zu bieten« (S. 14) sowie durch Literaturangaben die Möglichkeit zur Vertiefung der in einem Lexikon naturgemäß gedrängten Information zu geben. Neben kurzen biographischen Daten werden die Grundpositionen und allgemeinen Zielsetzungen sowie die Religionskritik von 93 Philosophen, Psychologen, Sozial- und Naturwissenschaftlern dargestellt. Die meisten der Artikel sind zudem mit kritischen Fragen und Wertungen der religionskritischen Argumente versehen, um den »Leser nicht allein zu lassen«, ohne daß dem »berechtigten Anliegen« dieser Autoren mit einer »billigen Apologetik« begegnet würde. Autoren wie Bloch, Feuerbach, Freud sind im Blick auf ihre Bedeutung und die gesellschaftliche Wirkung ihrer Religionskritik längere Artikel gewidmet. Nicht berücksichtigt ist die nicht primär gegen das Christentum gerichtete Religionskritik und die als »intern« angesehene Religionskritik innerhalb der Theologie und der Kirchen. Dies ist eine kaum durchführbare, auch in diesem Lexikon nicht ganz durchgehaltene Unterscheidung, da wesentliche Prinzipien der europäischen Religionskritik (Vernunft, Gerechtigkeit, Gleichheit und Liebe) in unserer Tradition zumindest auch auf das Christentum zurückgehen, und zwar in einem solchen Maße, daß der Theologe Paul Tillich das Interesse der Religion eher bei deren Kritikern als in der Theologie aufgehoben sah.
Unter dem Titel »Religionskritik« sind hier verschiedene, in unserer Geschichte zusammengehörige Phänomene zusammengestellt: erstens die Kritik an der