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Der nachstehende Appell wurde von 327 Psychoanalytikern aus der Bundesrepublik Deutschland und aus Westberlin unterzeichnet und erschien am 13. 3. 1982 als Auszug in der FA2. (D. Red.)
In einem Augenblick wachsender atomarer Bedrohung und zunehmender gesellschaftlicher Krisen wenden wir uns an die regierenden Parteien in diesem Land und an die Öffentlichkeit.
Die Unterzeichner des Appells sind Psychoanalytiker in der Bundesrepublik Deutschland und in West-Berlin. Psychoanalyse ist nicht nur eine therapeutische Heilmethode, sondern seit ihrer Begründung durch Sigmund Freud auch eine sozialpsychologische Erkenntniswissenschaft. Eine ihrer besonderen Aufgaben besteht darin, die unbewußte Dynamik zu untersuchen und zu deuten, die in kulturellen und gesellschaftlichen Prozessen und in der Politik wirksam sind; dieses um so mehr in einer Zeit, in der die irrationalen Anteile in der internationalen Konfliktlage immer gefährlichere Konsequenzen einschließen.
Mit Betroffenheit, Sorge und Angst verfolgen wir die Eskalation der Rüstungsanstrengungen in Ost und West. Erst durch die öffentliche Diskussion des Nato-Doppelbeschlusses zur Nachrüstung ist breiten Teilen der Bevölkerung der Umfang der bereits auf europäischem und besonders auf deutschenm Boden gelagerten Atomwaffen und die damit verbundene Bedrohung bewußt geworden. Damit wurde auch bekannt, daß die nach der Hypothese vom Gleichgewicht der Abschreckung ausgebauten Waffenarsenale bereits heute zur wechselseitigen Zerstörung der östlichen wie westlichen Territorien vielfach ausreichen. Die irrationale Eskalation der Rüstungsschraube, wie auch die wechselseitigen Drohgebärden und versteckten Aufrüstungsakte sind zunehmend mit unrealistischen Verzerrungen und einer wahnhaften Verschärfung der internationalen Konfliktlage verbunden. Der Nachrüstungs-Doppelbeschluß läßt sich nach unserer Auffassung als ein alarmierendes Symptom für das kritische Stadium verstehen, in das diese Mechanismen der Angst- und Aggressionsabwehr getr