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Das Werk des Schriftstellers Charles Dickens (1812-1870) läßt sich psychoanalytisch bzw. psychohistorisch als Kompromißbildung zwischen bewußter Intention und unbewußten Wünschen und Schuldgefühlen lesen. Der Widerspruch zwischen bewußten und unbewußten Einflüssen auf das erzählerische Werk Dickens' resultiert dem Autor zufolge aus der Tatsache, daß Dickens eine noch gleichsam vorkapitalistische Kindheit durchlebte, die sich mit seinem späteren Aufstieg ins Bürgertum als inkongruent erwies und die er deshalb als Erwachsener ablehnte. Die Kindheitsschilderungen in Dickens' Romanwerk stellen den Versuch dar, ein industriekapitalistisch-zeitgemäßes Kindheitsbild zu entwerfen, das sich freilich der eigenen Kindheitserfahrung des Schriftstellers nicht bruchlos fügt.