You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Diese Horney-Biographie ist die erste ausführliche Darstellung ihres Lebens, ihres beruflichen Werdeganges wie ihrer Entwicklung als Psychoanalytikerin. Sie erschien in Amerika 1972 zu ihrem 20, Todestag und ergänzte die beiden kurzen Studien von Joseph Natterson in Psychoanalytic Pioneers (1966) und die ihres Schülers, späteren Freundes und Nachfolgers Harold Kelman (1971).
Dem Autor, Rubins, selber prominentes Mitglied der von Horney gegründeten Association for the Advancement of Psychoanalysis und 1972 Dekan des ebenfalls von Horney gegründeten Lehr- und Forschungsinstitutes der Association, Professor für Psychiatrie in New York, ist es aufgrund seiner Vertrautheit mit Horneys Lehre gelungen, ihre wissenschaftliche Entwicklung überzeugend darzustellen. Er folgt ihr von den ersten Anfängen und zeigt konsequent die Stellen auf, an denen sich ihr Denken von dem Freudschen zu unterscheiden beginnt.
So erfüllt der Autor drei Aufgaben: er gibt eine Biographie Horneys, eine Würdigung ihres wissenschaftlichen Werkes und eine Darstellung ihrer dissidenten Entwicklung, welche in die Gründung und Organisation einer eigenen psychoanalytischen »Bewegung« mündete.
Man kann dieses Buch unter verschiedenen Gesichtspunkten lesen:
— als Biographie einer Frau, die in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg Medizin studiert, Ärztin und dann Analytikerin wird, heiratet, Kinder bekommt und nach dem Scheitern der Ehe ihren eigenen Weg geht — als prototypische Biographie einer emanzipierten Frau, von ihr selbst als solche verstanden: »Jede Frau, die eine eigene Karriere wagt, ist Konflikten ausgesetzt, wenn sie nicht gewillt ist, dieses Wagnis auf Kosten ihrer Weiblichkeit einzugehen«, schrieb sie 1934 im Rückblick (Rubins, S. 50);
— als berufliche Entwicklung einer Analytikerin, die zur ersten Generation jener gehört, die ihre Ausbildung bei den direkten Schülern Freuds gemacht haben (erste Analyse 1911-1912 bei Abraham, zweite Analyse 1920 bei Sachs in Berlin), bis 1932 als Analytikerin und L