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Ausgehend von der Erfahrung, daß sowohl praktisch als auch von der theoretischen Begründung her ein Brückenschlag zwischen tiefenpsychologisch orientierter Therapie und Verhaltenstherapie möglich sei (Enke, 1981; Görres, 1978; Schiffer und Schlarmann-Korte, 1980; Taylor, 1972), wurde anläßlich einer Klinikneugründung versucht, diese Erfahrung auch in einem heterogen zusammengesetzten Team zu realisieren. Der Ko-Autor dieses Beitrags — damals als Praktikant in der Klinik tätig — konnte beobachten, wie sich innerhalb des Teams trotz des anfänglich vorhandenen Wunschs nach Kooperation sowie weitgehend kongruenter sozialpolitischer Standpunkte ein kommunikatives Defizit zeigte, das dann im Rahmen einer krisenhaften Entwicklung in den Konflikt »tiefenpsychologisches Lager« versus »verhaltenstherapeutisches Lager« einmündete. Ursache und Ansatz zur Überwindung des Konflikts sollen Gegenstand der folgenden Überlegungen sein.
Nach Taylor (1972) treten, wie auch in den anderen Wissenschaften vom Menschen, »in der Psychologie zwei konkurrierende Epistemologien sozusagen in einem Dialog zwischen Taubstummen einander gegenüber. Die Vertreter der einen Auffassung — nennen wir sie einmal Korrelationisten — behaupten, daß einzig das klassische Wissenschaftsmodell jene Form der intersubjektiven Gewißheit bietet, welche den Namen Wissenschaft verdiene. Es stützt sich nicht auf irgendeine Intuition, die zu unschlichtbaren Kontroversen führen könne, und alle Resultate seien völlig reproduzierbar. Worauf ihre Gegner — nennen wir sie Interpretationisten — entgegnen: macht uns keinen Vorwurf, wir haben die Welt nicht erschaffen, wir können nichts dafür, daß sie Phänomene enthält, die strittig sind und daher der Interpretation bedürfen. Die Wissenschaft soll bestrebt sein, jenes Maß an Gewißheit zu erreichen, dessen der untersuchte Gegenstand fähig ist, nicht aber ein unangemessenes Modell nur deshalb anwenden, weil ein solches Modell befriedigende Ergebnisse bringen würde, falls es anwend