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Das I. Kapitel des Buches, das ihm den Titel gibt, schildert Thomäs Weg vom spiegelnden zum aktiven Analytiker. Thomä glaubt, daß er sich auf diesem Weg von Regeln befreit hat, die in der sogenannten Standardtechnik »ein kontextfreies Eigenleben bekommen haben. Obwohl ihre rigide Anwendung die volle Blüte des Paradigmas Sigmund Freuds geradezu verhindert und sie teilweise einem Wissenschaftsbegriff entsprungen sind, der durch Freuds Entdeckungen an eine Grenze kam, wird die klassische Reinheit psychoanalytischen Erkennens an das exakte Erfüllen von Regeln gebunden, deren strenge Anwendung weder der Erkenntnis noch der Therapie förderlich ist, so daß man überspitzt sogar sagen kann, daß gerade die Flexibilität in der Handhabung der Regeln psychoanalytische Entdeckungen ermöglicht und ihr therapeutisches Potential bereichert hat. Die »revolutionär-anarchische« Lage der Psychoanalyse [von Anna Freud beklagt] signalisiert m. E. neue Möglichkeiten ihrer Entwicklung« (S. 23). — Alle, die wie Thomä ihre psychoanalytische Ausbildung im Nachkriegsdeutschland begonnen haben, werden sich bei diesen Sätzen an die qualvollen Jahre erinnern, in denen der Zwang der Regeln, die man ihnen auferlegte, jede offene, lebendige und kreative Beziehung mit ihren Patienten erschwerte. Es ging so weit, daß Strenge der Regeln mit Freudscher Psychoanalyse gleichgesetzt wurde und Kollegen, die sie locker handhabten, in den Geruch von »Dissidenten« kamen. Thomäs Ziel ist es, die psychoanalytische Behandlungstechnik von den Entstellungen und Erstarrungen der sog. Standardmethode zu befreien und die wirkliche Arbeitsweise Freuds unter den Überlagerungen derselben wieder freizulegen. Bei dieser Aufräumarbeit muß er auch in Freuds eigener Werkstatt eine kritische Sichtung — die Freud selber nicht vollzogen hat — vornehmen. Thomä ist der Auffassung, daß Freud eine Reihe von Regeln aufgestellt hat, welche mit seinem eigentlichen Denken nicht übereinstimmen, ja, die dessen Verwirklichung und Weiterentw