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Dieser Band dokumentiert, was sein Titel nicht vermuten läßt, in 12 Beiträgen die Rezeption der Schriften von Jacques Lacan und Jacques Derrida in der amerikanischen Literaturpsychologie. Die Autoren, hauptsächlich Romanisten und Anglisten an der Yale University sowie einige Psychoanalytiker, beziehen sich oft auf das Heft French Freud (Yale French Studies 48 ), das den Lacanismus in Amerika bekanntmachte, sowie auf die Bücher des von Lacan beeinflußten Philosophen Harold Bloom, der auch einen Aufsatz zu diesem Band beigesteuert hat. Die Beiträge, die sich alle mit Blooms Gedanken auseinandersetzen oder sie fortzuführen versuchen, bestehen etwa zur Hälfte aus theoretischen Abhandlungen, zur anderen Hälfte aus Neudeutungen literarischer Werke von Chaucer, Blake, Poe, Wordsworth, Hart Crane, Shaw u. a.
Zentral steht die Frage nach der Funktion der Abwehrmechanismen in der literarischen Produktion, eine Frage, die in den USA schon von Simon Lesser und Norman N. Holland behandelt wurde. Auf diese Vorläufer beruft man sich aber nicht. Statt dessen wird der Abwehrgriff nach dem Vorbild Lacans vornehmlich rhetorisch-linguistisch definiert. Er wird von Bloom als das fundamentale Konzept der Psychoanalyse bezeichnet. Der dichterische Wille, ein Terminus, der sich bewußt an Nietzsche anlehnt, bedeutet hier mehr als dichterische Intention. Er steht oft für Schöpfertum überhaupt und wird als eine Form der Abwehr verstanden.
Der Beitrag von Harald Bloom, der den Band eröffnet, »Freud's Concepts of Defense and the Poetic Will«, ist ein Stück spekulativer Philosophie, das einerseits Freuds »Jenseits des Lustprinzips« einer rhetorischen Textanalyse unterwirft, andererseits die dort skizzierte Trieblehre unter dem Aspekt der Abwehr neu zu deuten versucht. So wird das Unbewußte ein Oxymoron, der Trieb eine Synekdoche, die Beziehung zwischen Eros und Thanatos ein Chiasmus genannt. Bloom will Freuds Text gegen den Strich lesen, und zwar als ein nachromantisches Krisengedicht (S. 11). Fre