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In der psychoanalytischen Theorie der Ichentwicklung galt lange Zeit, daß der frühen libidinösen Beziehung des Kindes zur Mutter eine feindselige Realität in der Gestalt des Vaters als einer drohenden Instanz (Kastrationsdrohung) gegenüberstehe. Der primäre kindliche Narzißmus, der noch keine Scheidung von Ich und Objekt kennt, mußte dem (durch den Vater repräsentierten) Realitätsprinzip geopfert werden. Der Autor zeigt dagegen, daß bei der Konstitution von Ich und Realität eine höchst ambivalente Beziehung zu den Eltern am Werk ist. Die Identifikation mit dem väterlichen (Realitäts-)Prinzip impliziert nicht nur eine Repression kindlicher Triebwünsche, sondern auch die Chance, der verschlingenden primärnarzißtischen Einheit mit der Mutter zu entwachsen und ein höher strukturiertes Ich zu entwickeln, dessen Synthesisleistungen Realität und Trieb gleichermaßen umfassen.