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Bücher wie diese kann man nur anzeigen, nicht rezensieren. Der »Stoff«, aus dem sie gemacht sind, verweigert sich der referierenden Darstellung; das gilt zumal für die dokumentarische Arbeit von Benjamin B. Ferencz, die eines der düstersten und zugleich unbekanntesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte ausleuchtet. Man sollte die Bücher von Ferencz und Hohmann lesen und nicht mehr vergessen. Zur Tagesordnung einer scheinbar bewältigten Vergangenheit kann nur jener hochgestellte CDU-Politiker übergehen, dessen notorisch schneidiges Deutschtum ihm einen notorisch gesunden und alptraumfreien Schlaf verschafft.
Das Buch von Ferencz — soviel sei gesagt — belegt mit Hilfe zahlreicher Dokumente einen Skandal, den zu verdrängen die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft allen Grund hatte und hat: daß die deutsche Industrie (von Krupp bis Flick, von Dynamit Nobel bis zur AEG), der wir unser phänomenales Wirtschaftswunder, unser aller Wohlstand verdanken, den Nationalsozialismus — gewiß nicht ohne Beihilfe der westlichen Alliierten — im wesentlichen unbeschadet überdauert hat — und dies trotz der unbestreitbar von ihr begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Schon im Jahre 1951 befand sich kein einziger jener Industriebarone und Wirtschaftsführer, die noch ein paar Jahre zuvor ihr eigenes Schicksal mit dem des »tausendjährigen Reiches« bedingungslos verbunden hatten, mehr hinter Gittern. »Der Urteilsspruch des Nürnberger Gerichts, wonach das gesamte Vermögen Alfried Krupps konfisziert werden sollte, wurde außer Kraft gesetzt. Sechs Jahre nach Beendigung des Krieges befanden sich die deutschen Industrieführer wieder auf freiem Fuß und konnten ein normales Leben führen« (Ferencz, S. 58).
Was sich dergestalt für die einen rasch »normalisierte«, nämlich das Leben, blieb für die anderen, denen jegliche »Normalisierung« bis ans bittere Ende versagt sein sollte, ein Alptraum. Jene Menschen, die »einen noch geringeren Status als Sklaven« innerhalb der NS-Hierarchie hatten (F