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Harold Lincke ist der Tierpsychologe des Menschen. Damit soll vorweggenommen werden, daß der Autor mit seiner biologisch fundierten Theorie der Symbolbildung keineswegs das Ziel verfolgt, das Psychische des Menschen biologisch zu erklären, sondern ganz im Gegenteil die Frage aufwirft und beantwortet, wodurch sich die nicht rational faßbaren Phänomene qualitativ von den biologischen Vorgängen unterscheiden. Was ihn dabei in die Reihe der Ethologen stellt, ist seine unmißverständliche Stellungnahme, daß alle Manifestationen unserer Natur in der Organisationseinheit des menschlichen Organismus gründen. Obschon Psychoanalyse und Biologie die beiden Disziplinen sind, aus denen und mit deren Instrumentarium Lincke denkt, ist seine Forschung, wie H. J. Heinrichs in seiner ausgezeichneten Einführung sagt, nicht interdisziplinär, sondern in dem Sinne elementar, daß die Fragestellungen bereits von Punkten ausgehen, die, wie in der Tierpsychologie, selbst schon mehrdisziplinär sind. Lincke stützt sich in seinen Abhandlungen auf die Begriffe der Ethologie. Es geht ihm darum, das Operationsniveau menschlichen Verhaltens in einer biologisch und psychologisch fundierten Methode zu rekonstruieren. Obschon der Mensch noch über einen Informationsaustausch verfügt, der auf der Basis angeborener Ausdrucksbewegungen und Auslösemechanismen beruht, ist seine Verhaltensorganisation, im Gegensatz zu der genetisch fixierten beim Tier, grundlegend neu formuliert, so daß die Eigenart des Menschen nicht in seiner körperlichen Konstitution, sondern in seiner Verhaltensorganisation liegt. Menschliches Zusammenleben ist nicht arttypisch, sondern gesellschaftstypisch. Die Neuformulierung der Verhaltensorganisation beruht auf der menschlichen Fähigkeit, Bedeutungszusammenhänge herzustellen, die den Rahmen der biologischen Anpassung durchbrechen und erfahrungsunabhängigen Kriterien folgen. »Die Sterne sind's nicht«, soll Hegel zu Heine gesagt haben, »aber was der Mensch in sie hineinlegt, das eben is