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Ob Bateson tatsächlich einer der wichtigsten Denker unseres Jahrhunderts ist, wie Stierlin im Vorwort zu diesem Buch meint, mag dahingestellt sein. Sicher ist aber, daß sein Denken einige Bewegung in die theoretische Landschaft gebracht hat. Viele der neueren ökologisch-systemtheoretisch orientierten Konzepte berufen sich auf ihn und dies zu recht: Liest man die Arbeiten von Watzlawick, Haley und anderen, so wird deutlich, daß Bateson hier als Vordenker fungiert.
Mit einiger Verspätung (entsprechend der unterschiedlichen Bedeutung dieser Konzeption in den USA und bei uns) ist nun ein Sammelband mit Aufsätzen von Bateson ins Deutsche übersetzt worden. Er enthält ein Spektrum seiner Arbeiten von den dreißigern bis in die siebziger Jahre. Am Anfang stehen frühe ethnologisch-ethologische Studien, in denen sein Hauptthema bereits angelegt, wenn auch noch nicht ausdifferenziert ist. Aber schon sie lassen erkennen, daß Bateson gegen die damals vorherrschende behavioristische Sicht holistische Betrachtungsweisen zu entwickeln sucht. Dabei bedient er sich oft einer »subversiven«, gegen den (amerikanischen) Strich denkenden Methode, die ihren direktesten Ausdruck in den »Metalogen« findet; Gesprächen zwischen Vater und Tochter, in denen wichtige Themen (wie: Warum fuchteln die Franzosen?) listig abgehandelt werden. Was dabei herauskommt, deckt sich mit dem, was seine späteren, systematischeren Arbeiten ansteuern: Elemente einer Theorie des objektiven Geistes, wie Hegel dieses Unterfangen genannt hätte. Nur daß Bateson das Allgemeine in der kommunikativen Struktur von Prozessen und der damit verbundenen Hierarchie von System-Umwelt-Verhältnissen sieht.
Je mehr seine Arbeiten ihr Hauptthema finden, desto stärker konzentrieren sie sich auf die Explikation der kommunikativen Dynamik (und Pathologie) von Abläufen und auf die Anwendung des Information-Kontext-Schemas auf sehr unterschiedliche Probleme. Am bekanntesten ist dabei seine double-bind-Hypothese geworden; er hat jedoch noch