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Als derzeit amtierender Oberbürgermeister kondolierte Kulturdezernent Stadtrat Hilmar Hoffmann Frau Dr. Margarete Mitscherlich im Namen von Oberbürgermeister Dr. Walter Wallmann und namens der Körperschaften der Stadt Frankfurt am Main:
Mit schmerzlicher Betroffenheit erleben wir das elementare Ereignis des Todes, das einen uns nahen, bedeutenden Menschen raubte, auch wenn seine Freunde es seit geraumer Zeit befürchtet haben.
Für die Stadt Frankfurt möchte ich bekennen, daß wir zutiefst betroffen sind von dem Verlust, den unsere Stadt mit dem Tode von Alexander Mitscherlich erleidet: Er gehörte gemeinsam mit seiner Frau Margarete Mitscherlich zu dem kreativen geistigen Potential unserer Stadt, das weit über ihre Grenzen hinaus intellektuellen Einfluß und politische Wirkung besaß. Nicht nur der Universität, sondern auch der Stadt Frankfurt und ihrer Kultur war er ein wichtiger, wirksamer Anreger, der nicht zu ersetzen sein wird.
Als Mitbegründer der Frankfurter Römerberggespräche und Mitglied ihres Kuratoriums hat er dieses Forum der offenen und fruchtbaren Diskussion maßgeblich mitgestaltet.
Mit dem Sigmund-Freud-Institut kam Alexander Mitscherlich 1964 nach Frankfurt, dem er Weltgeltung verschaffte als dem maßstabsetzenden, fruchtbaren Hort der Psychoanalyse.
Ehrungen wie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, um nur die meines Erachtens bedeutendste zu nennen, hat er 1969 in der Frankfurter Paulskirche entgegengenommen; andere Ehrungen, wie die Ehrenbürgerschaft der Stadt Frankfurt Mitte der siebziger Jahre, hat er in kritischer Distanz ausgeschlagen. Wer wollte ihn darum tadeln, war doch sein kritischer Beitrag zur Diskussion um das Phänomen Stadt kaum zu überschätzen.
Die Generationen von Studenten der Soziologie, Psychologie, Architektur oder Politologie aufrüttelnde Schrift über die »Unwirtlichkeit unserer Städte« hat den geistigen Grund gelegt, auf dem die im Deutschen Städtetag versammelten Politiker unserer Kommunen in den siebziger Jahren die schwierigen W