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Mit meinen Bemerkungen will ich mich auf wenige Gesichtspunkte konzentrieren. Mein Ausgangspunkt ist die Feststellung: es gibt bis jetzt noch keinen Atheismus - und zwar als gelebte Kultur. Es ist jedoch abzusehen, daß es eine atheistische Kultur geben wird, und zwar als Konsequenz dessen, was Waddington, der Edinburgher Professor für Vererbungswissenschaften, die »Evolution zum Bewußtsein« genannt hat. Diese künftige Kultur wird nicht revolutionär entstehen, sondern allmählich. Auf die revolutionären Aspekte komme ich sogleich zurück. Wenn wir von Atheismus sprechen, handelt es sich also bisher um eine Entscheidung in Glaubensfragen, die von wenigen Einzelnen getroffen wurde. Einen kontinuierlichen literarischen Ausdruck fanden solche dem Bewußtsein der großen Öffentlichkeit fremden, unheimlichen Gedanken, wie sie Voltaire, Spinoza, auch Goethe, Nietzsche, Feuerbach, Karl Marx, Sigmund Freud, Max Planck geüußert haben, erst seit knapp 250 Jahren.
Der Punkt, auf den ich besonders die Aufmerksamkeit lenken möchte, ist also einmal das Unabgeschlossene eines Prozesses der Bewußtwerdung - dem aber noch kein abgeschlossenes »System« eines Atheismus zur Verfügung steht. Wenn alte, tradierte Gottesvorstellungen aufgegeben werden, gibt es vielleicht eine Gottlosigkeit im Sinne eines Defizits der bisherigen Kultur, aber noch nicht notwendig ein neues verpflichtendes Gefüge von Werten, das jene Aufgaben übernehmen könnte - in verwandelter Art -, die bisher der Religion in all ihren Formen übertragen waren.
Der zweite Punkt, um den es mir geht, ist die Art, wie emotionell auf die Leugnung des dem Staat mehr oder weniger direkt verbundenen Gottesbildes geantwortet wird. Das heißt also, es wird von den Formen der Intoleranz zu sprechen sein.
Die banalen Schwierigkeiten, die jedem Gespräch über Atheismus entgegenstehen, sind keineswegs einfach zu umreißen. Das Banale, d. h. kollektiv Selbstverständliche, ist eben auch der Ausdruck für Grundbedürfnisse des Menschen, denen er nachzuko