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Das Jahrbuch der Psychoanalyse, dessen Bände 12 und 13 hier anzuzeigen sind, hat zwischen beiden Bänden den Verlag gewechselt und ist von Huber in Bern zu frommann-holzboog in Stuttgart gewandert, ohne daß es mit Band 13 zu einem Unglück gekommen wäre, eher zum Gegenteil.
Beginnen wir mit Band 12. In den Beiträgen zur angewandten Psychoanalyse berichtet zunächst Ernst Simenauer (Berlin) über die Wiederkehr der Mentalität von Krieg und Verfolgung in den Analysen der zweiten, der Nachkriegsgeneration. Nach den Erkenntnissen von A. Mitscherlich und anderen Autoren wurden die Ereignisse und Folgen des Zweiten Weltkriegs kaum betrauert, sondern in meist primitiver Form abgewehrt. Das gilt besonders für die einschlägigen Autobiographien bis zu Speer. Diese Mentalität ist nicht untergegangen. Simenauer pointiert: »Wir sehen den anscheinend paradoxen Vorgang, daß die gleichen Jugendlichen, die gegen die Väter und gegen alles, was sie repräsentieren, rebellieren, gleichwohl in deren Ideologien weiter befangen sind. Ich bin zu der Auffassung gekommen, daß diese jungen Menschen nur diejenigen Identifikationen mit den Vätern (Eltern) aufgegeben haben, die in ihrem Ich lokalisiert waren. Hingegen ist die ursprüngliche Idealbildung im Über-Ich nie verändert worden. Berücksichtigt man diesen Unterschied in der Lokalisation der Identifizierungs- und Internalisierungsprozesse nicht, bleiben die Phantasien, Gemütszustände und Anschauungen z. B. der rebellierenden Studenten unbegreiflich.«
Was immer an dieser Feststellung richtig sein mag, und Simenauer umreißt ein