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»In Les Structures élémentaires de la parenté war ich noch versucht, den Gegensatz Natur — Kultur als in der Ordnung der Dinge begründet zu sehen, der damit eine Eigenschaft der Wirklichkeit zum Ausdruck brächte … Es scheint mir heute, daß der Gegensatz Natur — Kultur weniger eine Eigenschaft des Wirklichen widerspiegelt, als vielmehr eine Antinomie des menschlichen Geistes.« Außer den Gegensatzpaaren Natur — Kultur, rational — irrational und variant — invariant ist es vor allem das Verhältnis von empirissher Realität und Modell, das sich in jedem von Claude Lévi-Strauss' Werken als Leitmotiv durchhält. Lévi-Strauss' Ideal des Rationalen korrespondiert mit seiner Angst vor dem Irrationalen — »Von Kindheit an hat mich das … Irrationale gestört« — und sein unbändiger Ordnungswille mit der psychischen Unmöglichkeit, die unlösbaren subjektiven Vermischungen von Rationalem und Irrationalem zuzulassen. Übertragen auf seine Forschung bedeutet dies eine beständige Forderung zur Durchdringung des »Wilden« auf seine Strukturiertheit hin, eine unablässige Suche nach dem Geordneten und Modellhaften, die Suche nach den »invarianten Elementen«, die Lévi-Strauss, wie er sagt, schon als Kind begonnen hat.
Gerade aus dem Wissen, wie angreifbar eine solch »abstrakte« Theorie wie die seine ist, sieht er sich kontinuierlich genötigt, das Modellhafte zu betonen und seinen Bezug zur Empirie zu untersuchen. Nachdem er 1949 seine Elementaren Strukturen der Verwandtschaft durch ein Motto von Tylor unter das Banner des Rationalen gestellt hatte, erklärte er 1952 auf einem Anthropologenkongreß: »Der Ausdruck »Sozialstruktur« hat nichts mit empirischer Realität zu tun, sondern mit Modellen, die nach ihr konstruiert sind.« Dem Anthropologen Needham warf er 1966 vor, »die Ebene des Modells und die der empirischen Realität« durcheinanderzubringen — ein Vorwurf, den sich zehn Jahre zuvor Lévi-Strauss und Gurvitch gegenseitig machten.
Ist es einerseits gerade dieses Modellhafte seiner Untersuchungen,