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Das ist ein erfrischendes, aggressives, aber notwendiges Buch. Die Autoren sehen die Psychoanalyse in dem Dilemma einerseits des kritischen und distanzierten Beobachtens der Gesellschaft im Rückzug auf eine »esoterische Vogelperspektive«, einerseits einer theorielosen Pragmatik mit ihrer »atemlosen Inanspruchnahme durch Sachzwänge«. Dem gegenüber wollen sie eine »handlungsleitende Praxistheorie« konstituieren.
Der Rezensent will sich nicht anmaßen, darüber zu urteilen, ob dieser hohe Anspruch eingelöst ist. Die Autoren — ein Psychoanalytiker und ein klinischer Psychologe — sehen in ihrem Buch auch erst einen »Einstieg« dazu.
Die Autoren meinen, daß weder eine rein szientistische, noch eine rein hermeneutische Auffassung dem Gegenstand der Psychoanalyse gerecht werden kann; sie verstehen sie als eine »Heuristik von Heuristik«, die die Entstehung von Hypothesen untersucht. Phantasierendes Denken ist dabei das Erkenntnismittel.
In der Psychoanalyse wurde die Phantasie vorwiegend rückblickend verstanden, obwohl Freud in Ansätzen auch den progressiven Aspekt derselben gesehen hat . Nur dem Künstler wurde dieses Reservat eingeräumt. Die Autoren sind aufgrund bestätigbarer klinischer Erfahrung der Meinung, daß die leitenden Phantasien als Hypothesen in den Dialogprozeß eingehen und als Orientierungsrahmen dienen, »entlang dessen sich der Analytiker in der Wahrnehmung des anderen vortastet«.
Phantasien werden als »niedergeschlagene« Triebschicksale verstanden, das heißt als das Festhalten der positiven Befriedigung wie auch der verhinderten Realisierung von Triebbefriedigung in der Erinnerung. Phantasien sind somit imaginative Vorwegnahme von Bedürfnisbefriedigungen (wie man an sich selbst und an Patienten leicht nachprüfen kann).
Phantasie ist also nicht Ersatzbefriedigung (keine Abwehrfunktion), sondern ein antizipierender Entwurf. Der Rezensent neigt dazu, »auch« hinzuzufügen.
Die Erweiterung des Phantasieraumes müßte das Ziel jeder echten emanzipativen Psychotherapie sein: »d