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Die gemeinsame Vorlesung Alexander Mitscherlichs mit Theodor W. Adorno ist Vergangenheit, aber die Wirkungsgeschichte Adornos reicht bis heute in die deutsche Psychoanalyse. Heidegger hat über die Auseinandersetzung mit der Daseinsanalyse Einfluß auf die Psychoanalyse genommen. Beide Denker waren eine Zeit in Mode, und fast scheint es, als gäbe es ohne Mode keine Rezeption und die Rezeptionsgeschichte sei damit vorzeitig abgebrochen. Aber die Auseinandersetzung der »geistesgeschichtlichen Großmächte (…): Positivismus, Pragmatismus, dialektischer Materialismus, Psychoanalyse …« (1981, S. 21, Fußnote) ist nicht beendet. Die Psychoanalyse ist philosophisch nicht selbstgenügsam, und ein philosophisch unreflektierter Pragmatismus wäre auch ein Rückfall gegenüber dem psychoanalytischen Anspruch, Unbewußtes in Bewußtsein zu verändern. Adorno und Heidegger sind nicht zu »verdrängen«.
Aber waren die beiden Philosophen nicht unversöhnlich, und sind es ihre »Schulen« nicht bis heute? Es bedurfte des hier zu rezensierenden Werks, um darauf eine Antwort zu geben, die der Unversöhnlichkeit standhält (zu dem »und« vgl. 1981, S. 31 und 371).
Der Autor gehörte in Marburg zum engeren Schülerkreis Heideggers. Es hieße aber einen guten Augenblick vertun, sollten die, die sich in der Nachfolge Adornos verstehen, nicht viel mehr zu Wege bringen als eine entgegnende Kritik.
Der Titel des umfangreichen Buches nennt Adorno zuerst. Adorno hat sich, obwohl nur eine kaum nennenswerte persönliche Begegnung stattfand, über Jahrzehnte (seit 1929) explizit und implizit mit dem Werk Heideggers auseinandergesetzt. Dies geschah polemisch; Adornos Angriffe waren hart, verletzend, griffen oft fehl, eine »Solidarität der Denkenden« wäre ihm, Heidegger gegenüber, als »Komplizenschaft« erschienen. Heidegger hat, wohl als Reaktion darauf, Adorno nicht gelesen, ihn ignoriert. — So ergab es sich für die Gliederung des Buchs, daß Mörchen Adornos Schriften auf Heidegger-Zitate und auf die implizite, ständige Präs