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In seinem neuen Buch geht es Lorenzer um die Grundlinien einer Theorie der sekundären Sozialisation, die er am Beispiel der katholischen Kirche als einer nachfamilialen Sozialisationsinstanz entwickelt. Die theoretische Voraussetzung für die Entfaltung dieser Fragestellung, die Weiterentwicklung seiner Theorie der Interaktionsformen, hat er seiner materialen Analyse in Exkursen eingefügt.
Da es Lorenzer um die Begründung einer materialistischen Sozialisationstheorie geht, war es sein Interesse, die Einsicht, daß das »menschliche Wesen … in seiner Wirklichkeit … das ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse« ist (Marx, 1845, S. 6), zur Grundlage einer begrifflichen Klärung der Psychoanalyse zu machen, »die das individuelle Gefüge einschließlich Triebstruktur als gesellschaftlich hergestellt begreifbar macht« (Lorenzer, 1974, S. 7). So hat Lorenzer die Triebstruktur des Menschen als eine Struktur von Interaktionsformen beschrieben, um zu zeigen, daß die Grundelemente der individuellen Struktur »als Resultat der Vermittlung von Natur und gesellschaftlicher Praxis« zu verstehen sind, hergestellt in aufzeigbaren »Interaktionen«, die pränatal mit der Interaktion zwischen mütterlichem und embryonalem Organismus beginnen und über die Mutter-Kind-Dyade der ersten Lebensjahre »bis hin zur realen Interaktion im Erwachsenenleben« reichen (ebd., S. 130). Hat Lorenzer die Triebwünsche, die das Kind in dem durch Gesten vermittelten Zusammenspiel mit der Mutter in menschliche Praxis »einfädelt«, als bestimmte Interaktionsformen bezeichnet, so hat er sie damit als die unbewußten Lebensentwürfe von den symbolischen Interaktionsformen unterschieden, mit denen er die Triebansprüche meint, bei deren Einfügung in Sprache sich Bewußtsein entwickelt.
Wie aber »die individuelle Identität und die Zugehörigkeit zu einem Kulturkollektiv« aus »sinnlich greifbaren Symbolen« hervorgeht (S. 217), noch bevor Subjektivität an die Einführung in Sprache gebunden wird, erörtert Lorenzer im dritten Exk