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Alexander Mitscherlich leitete von 1949 bis 1967 die Abteilung für Psychosomatische Medizin der Universität Heidelberg. Ihre Gründung im Sinne der universitären Trias von ambulanter und stationärer Krankenversorgung, von Lehre und Forschung war durch die finanzielle und moralische Unterstützung der Rockefeller Foundation gegen erheblichen Widerstand durchgesetzt worden. Zu ihr bestanden durch von Weizsäcker alte Verbindungen, die nach dem Krieg über Alan Gregg wiederaufgenommen worden waren. Ohne die Unterstützung durch die Rockefeller Foundation, ohne ihren Mentor Viktor von Weizsäcker und ohne das Wohlwollen der Internisten Curt Oehme und Richard Siebeck sowie des Neurologen Paul Vogel wäre es wohl dieser »one man army« — so charakterisierte Erik Erikson den leidenschaftlichen Kampfgeist Alexander Mitscherlichs — kaum gelungen, aus dem Nichts den Aufbau einer Institution mit großer Ausstrahlungskraft zuwege zu bringen.
Menschen haben ihre mit Büchern verknüpften Schicksale: Alexander Mitscherlich hatte 1938 in Gestapo-Untersuchungshaft Viktor von Weizsäckers Schrift Studien zur Pathogenese gelesen. Diese kleine Schrift hat sich gewiß unter den Büchern von Weizsäckers befunden, die der Schweizer Psychoanalytiker Gustav Bally dem inhaftierten Freund geschickt hatte (vgl. A. Mitscherlich, 1980, S. 119). In den Studien zur Pathogenese sind Teile einer umfangreichen früheren Veröffentlichung von Weizsäckers (1933) über »Körpergeschehen und Neurose« abgedruckt. Durch diese ideenreiche »analytische Studie über somatische Symptombildungen« — so lautete der Untertitel — und durch ihre Veröffentlichung in der »Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse« hatte von Weizsäcker wie kaum ein anderer deutscher medizinischer Lehrstuhlinhaber seine Wertschätzung des Werks von Sigmund Freud dokumentiert, den er 1926 besucht hatte1. Es bestand also eine frühe Verbindung von Psychosomatischer Medizin und Psychoanaly