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Schon Darwins Zeitgenossen wußten, daß die Gründe für das ungeheure Renommee seiner Theorie kaum in ihrer naturwissenschaftlichen Plausibilität als Erklärung des biologischen Evolutionsmechanismus zu finden waren. »Unsere Neigung, ja unser Verlangen kam ihr allenthalben entgegen«, schrieb anläßlich des zehnjährigen Jubiläums der Erstveröffentlichung der »Entstehung der Arten« der Publizist Alfred Dove. Er fährt fort: »Und hierin vornehmlich beruht, wie ich meine, das Geheimnis ihres Erfolges: sie entsprach einem vielseitig vorhandenen Bedürfnisse, wir waren, wenn der Ausdruck erlaubt ist, längst Darwinisten auf so manchem anderen Gebiete, es war eine notwendige Ergänzung unserer Weltanschauung, wie sie einmal ist — sie mag falsch oder richtig sein, sie fordert Symmetrie und Konsequenz — was uns der britische Gelehrte dargeboten« (S. 448 f.).
Die eigentümliche Kraft der Darwinschen Theorie, Weltanschauung, Politik und wissenschaftliches Denken einer ganzen Epoche zu prägen, ist das Thema eines Sammelbandes, den der Heidelberger Theologe und Anthropologe Günther Altner herausgegeben hat. Der zeitliche Rahmen umspannt fast zwei Jahrhunderte: angefangen bei Darwins Vorläufern und Anregern — William Paley, Robert Malthus, Charles Lyell und Jean Lamarck — über Darwin selbst und all jene, die sich als seine Schüler und Nachfolger verstanden — Altner schließt Beispiele aus der Anthropologie, Musiktheorie, Rechtswissenschaft und Theologie mit ein — bis zu einer kritischen Würdigung der Bedeutung der Darwinschen Begriffe für das »Selbstverständnis des Menschen« aus