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Die Lektüre des Buches ist wie ein Spaziergang durch eine abwechslungsreiche Landschaft, auf deren jeweilige Besonderheiten der Autor seinen Begleiter im amüsanten Plauderton aufmerksam macht. Ab und zu macht er einen kleinen Umweg, um die Annäherung an einige Höhepunkte bequem zu gestalten. Mühelos kann jeder, der sich hier mitnehmen läßt, lange Gedankenketten nachvollziehen, die ein Kenner der Menschen in ihren Stärken und Schwächen in 30jähriger Beschäftigung mit Märchenstoffen erarbeitet hat. In dem Titel »Das Einhorn bin ich« vermittelt er gleich ein Konzentrat der so gewonnenen Einsichten. Er weist zugleich auf das Märchen hin, dessen Bearbeitung Mallet besonders überzeugend gelungen ist. Die Begegnungen, die das tapfere Schneiderlein im Laufe seiner »Karriere« macht, werden als Konfrontation mit Persönlichkeitsanteilen erklärt; ihre Integration stellt den größten Sieg dar, den ein Mensch im Leben erreichen kann.
Mallet nimmt, wie hieran schon deutlich wird, die Gesichtspunkte der analytischen Psychologie von C. G. Jung zum Ansatz seines Verständnisses, wobei seine Erfahrungen aus dem Bereich der Schule, also der Kinder und ihrer Entwicklung sowie ihrer Beziehungsfelder, viel Lebensnähe hereinbringen. Eine gewisse Weitschweifigkeit mag aus dieser beruflichen Atmosphäre stammen; die Texte werden gründlich und konsequent behandelt, aber auch breit veranschaulichend amplifiziert.
Die Treue zur Jungschen Interpretation läßt den Autor gelegentlich Naheliegendes übersehen, so, wenn er den bösen Zwerg in »Schneeweißchen und Rosenrot« ausschließlich als den männlichen Schatten versteht, wobei er freilich