You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zunächst geht es den Autoren darum, einen Überblick über den heutigen Stand der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie zu vermitteln. Da sie sich seelische Entwicklung als unaufhörlich fortschreitend vorstellen, muß seelisches »Leiden die Folge einer Fehlbildung« in diesem Prozeß sein, »die an jeder Stelle des Entwicklungskontmuums eintreten kann« (S. 17). Es müßten daher Methoden zur Bestimmung des Ortes der Störung gefunden werden.
Blanck und Blanck zweifeln wie die meisten Psychoanalytiker nicht an der zentralen Bedeutung der sehr frühen Kindheit für die Ich-Entwicklung. Sie schildern anschaulich die Hauptgedanken über die Ich-Entwicklung in der Kindheit, die S. und A. Freud, E. Glover, H. Hartmann, E. Kris und R. M. Loewenstein sowie R. Spitz, E. Jacobson, M. S. Mahler, F. Pine und A. Bergman zur Diskussion gestellt haben. Sie sehen ihre Arbeit als Fortsetzung dieser Linie in der psychoanalytischen Entwicklungstheorie. Im wesentlichen stimmen sie dem von Mahl er, Pine und Bergman herausgearbeiteten Entwicklungsschema der ersten drei Lebensjahre zu. Bei Mahler und Mitarbeitern sowie bei den Blancks geht es um die Gewichtung von Störungen, die darauf zurückgeführt werden können, daß die narzißtischen Bedürfnisse des Kleinkindes nicht erfüllt wurden. Während Mahler und Kaplan nach Auffassung der Blancks den Verlustcharakter dieser Art kleinkindlicher Frustrierung betonen und mit dem 1977 eingeführten Begriff des Subphasendefizits kennzeichnen, meinen Blanck und Blanck, daß der Terminus des Subphasendefizits das Wesentliche des Entwicklungsprozesses und der in den Subphasen entstehenden Probleme nicht erfasse. Sie selber sehen die Interaktion zwischen den Partnern in der Mutter-Kind-Dyade als bestimmend für die Bildung der psychischen Organisation des Kindes an. Besondere Bedeutung messen die Autoren der Wiederannäherungsphase bei. In dieser Phase müsse das ältere Kleinkind, das durch die Entwicklung einer eigenen psychischen Organisation aus der Einheit von Mutt