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Zwischen der deutschen akademischen Psychologie und der Psychoanalyse bestehen bekanntlich recht wenig Berührungspunkte. Einer am Ideal begrifflicher Operationalisierung orientierten Forschungslogik widersetzt sich eine Begriffswelt, die nicht aus empiristisch-behavioristischer Direktbeobachtung hervorgegangen ist, sondern aus Erfahrungen einer vielfach bestimmten und gestimmten Gesprächssituation erwuchs. Eine Psychologie nun, der die Sprache und das Gespräch zum zentralen Thema wird, nicht im Sinne eines psycholinguistischen Reduktionismus, sondern in deren selbst- und weltstiftender Funktion, bietet hier einen ganz anderen Begegnungsraum. Eine solche Psychologie wird an der Universität Zürich gelehrt, denn sie weiß sich der hermeneutischen Tradition verpflichtet. Wenn, mit Gadamer zu reden, es »die gestörten und erschwerten Situationen der Verständigung (sind), in denen die Bedingungen am ehesten bewußt werden, unter denen jede Verständigung steht«, hermeneutisches Verstehen also gerade an den Bruchstellen intersubjektiver Kommunikation ansetzt, Hermeneutik als eine Theorie des Verstehens unter Schwierigkeiten sich darstellt, wird die Nähe hermeneutischen Denkens zur psychoanalytischen Praxis und ihrer theoretischen Reflexion sofort deutlich. So ist es konsequent, wenn jetzt Walter A. Schelling, Privatdozent für Psychologie an der vorgenannten Universität, unter dem Titel »Sprache, Bedeutung und Wunsch« einen großen Gesprächszusammenhang zwischen Hermeneutik und Psychoanalyse herstellt. Seit Ludwig Binswanger 1926 in seinem Aufsatz »Erfahren, Verstehen, Deuten in der Psychoanalyse« die These formuliert hat, Freud habe erstmals die Hermeneutik auf Erfahrung gegründet und sein Deutungsverfahren sei nichts anderes als ein Spezialfall geisteswissenschaftlicher Hermeneutik, ist dieses Verhältnis mannigfach Thema geworden. Von psychoanalytischer Seite sind hier u. a. Lorenzer und Loch zu nennen, von philosophischer Habermas und Ricoeur. Klar und abgewogen zeichnet der