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Manches Bild läßt in überraschender Weise die Frage aufkommen, ob seine Schönheit nicht gerade in der scheinbaren Unfertigkeit liegt, die dazu führt, daß das Auge des Betrachters es geradezu weitermalt. So ging es mir mit diesem Buch. Es wurde mit jedem Lesen schöner. Ist es zu Ende geschrieben oder ist es eine Skizze, eine meisterhafte Verdichtung, die zur wiederholten Rückkehr anregt und zur immer wieder neuen Suche?
Als Winnicott facettenartig die verschiedenen Aspekte der Darstellung dieser ungewöhnlichen Behandlung eines gewiß ungewöhnlichen kleinen Mädchens, Gabrielle oder Piggle genannt, zusammenfügte, tat er dies so lose, fast möchte ich sagen mit so leichter Feder, daß auch seine Kommentare den Leser nicht davon abhalten, sich eine eigene Vorstellung vom klinischen Material und seiner Entfaltung zu bilden. So beginnt der Leser schließlich selber an dem Buch weiterzuschreiben. Er mag dies nicht nur dann tun, wenn er Bewunderung oder kritisches Innehalten in sich aufkommen läßt und zu formulieren versucht, sondern auch dann, wenn er Piggle gleichsam gegenübertritt und sie spielen sieht und sprechen hört, oder wenn er vorsichtig und innerlich zurückweichend miterlebt, wie zwei äußerst ungleiche Persönlichkeiten einander begegnen und das miteinander beginnen, was Winnicott eine »psychoanalytic therapy »on demand«« nennen wird.
»I am too shy«, sagte die 2 Jahre und 5 Monate alte Piggle zu ihrer Mutter, ehe sie zum ersten Mal das Behandlungszimmer des damals 68jährigen Winnicott betritt. Der Bericht, der mit dieser Mitteilung begonnen hat, wird nach gut 21/2jähriger Behandlung mit einer Deutung Winnicotts zu Ende gehen, die die Fülle der Übertragung aufgreift und hütet und zugleich wie eine langsam gewachsene Antwort klingt: »I know when you are really shy, and that is when you want to tell me that you love me.«
Da die Eltern in so großer Entfernung von London wohnten, daß eine psychoanalytische Behandlung mit 5 Wochenstunden kaum durchführbar war, entschloß sich Wi