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Der Autor will eine Basis schaffen für ein besseres Verständis psychischer Phänomene, insbesondere der Schizophrenie, und so bietet das Buch auch in erster Linie eine »Zusammenschau unterschiedlicher theoretischer Konzepte« zum Verständnis des Psychischen, die schließlich zu einer einheitlichen Theorie der Entstehung psychischer Störungen verdichtet werden. Dabei wird die Entstehung der Schizophrenie als intra- und interpersonelles Geschehen beleuchtet, aber grundsätzlich ist Ciompis Ansatz auf alle Formen psychischer und psychosomatischer Störungen anwendbar. Wer sich in Erwartung eines therapeutisch-technischen Wunderlands durch den großen Berg der theoretischen Konzepte hindurcharbeiten will, der wird am Ende enttäuscht sein: Ein vergleichsweise mageres Kapitel über therapeutische Konsequenzen würde eine solche Mühe nicht lohnen. Nein, das Buch ist dort ergiebig, wo seine Rezeption stellenweise mühsam ist: In dem umfangreichen theoretischen Teil, in dem der Versuch unternommen wird, so unterschiedliche und z. T. kontradiktorische Konzepte wie die Psychoanalyse, Piagets genetische Epistemologie, die allgemeine Systemtheorie, den Strukturalismus zu verbinden und auch noch Ergebnisse aus der Semantik und Neurophysiologie in das Konzept mit einzuarbeiten.
Die ersten beiden Kapitel des Buches sind leicht abgewandelt in dieser Zeitschrift erschienen (Psyche, 35, 1981, S. 66-86; Psyche, 36, 1982, S. 227 bis 266) und haben die Beziehung von Psychoanalyse, Systemtheorie und Genetischer Epistemologie zum Inhalt. Dabei steht für Ciompi die Psychoanalyse für das Intrapsychische, die Systemtheorie für das Interaktionelle, somit seien beide Theorien komplementär. Die Polarität eines Dualismus ist für Ciompi die einfachste Form eines Systems, daher sind die psychoanalytischen Dualismen von z. B. bewußt und unbewußt, Ich und Es, objektalen und narzißtischen Trieben auch innerhalb des systemischen Paradigmas anwendbar. Die psychoanalytische Ich-Psychologie, deren Prinzip das inner