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»Der Mensch ist somit ein krankes Tier auf der Suche nach der verlorenen Zeit, in der »er selbst sein eigenes Ideal« war« (Chasseguet-Smirgel, 1981, S. 15).
Schon der Untertitel dieses Buches ist bezeichnend. Denn es geht um eine Studie zur »Krankheit der Idealität«, die »universell verbreitet« sei (S. 14), weil alle »die schmerzliche Grenze zu beseitigen« suchen, »die die Realität dem Wunsch des Menschen nach unendlicher Expansion gesetzt hat« (S. 184). Wo aber der Mensch als ein »krankes Tier« bezeichnet wird, das »unablässig seiner verlorenen Vollkommenheit« nachlaufe, obwohl es sie »niemals wirklich erlangen wird« (S. 14), da verkommt die Psychoanalyse zu einer Psychologie, deren anthropologische Extrapolationen den biologistischen und kulturpessimistischen Spekulationen gleichen, die Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz entwickelt haben. Vor dem Hintergrund des Interesses an der Entwicklung einer materialistischen Sozialisationstheorie erscheint es deshalb als notwendig, den unhaltbaren Konstruktionen von Chasseguet-Smirgel entgegenzutreten, um zu zeigen, daß sich Psychoanalyse nicht auf das reduzieren läßt, was die Autorin aus ihr macht.
Nach Auffassung von Chasseguet-Smirgel ist das Ich-Ideal eine Phantasie, die das Kind auf die Mutter projiziert, um den primären Narzißmus des Säuglings wiederherzustellen, in welchem »das Subjekt noch sein eigenes Ideal« war (S. 19). Aber schon dieser Gedanke beruht auf einer Voraussetzung, die subjektivistisch ein präexistentes Ich unterstellt — als ob der Mensch schon als ein mit Willen und Vernunft begabtes Wesen geboren würde. In Wirklichkeit verhält es sich umgekehrt: Es ist die Mutter, die dem Säugling hilft, den Narzißmus seiner vorgeburtlichen Existenz reparativ zu erneuern, um ihm die Anpassung an die postnatale Welt zu erleichtern und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß das Kind im Zusammenspiel mit ihr seine Triebe und sein Ich zu entwickeln anfängt.
Verwirft die Autorin die Meinung Freuds, es gehe um »ein vo