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Das Verhältnis von Philosophie und Psychoanalyse war seit jeher spannungsreich: Freud wußte bekanntlich dank seiner prononciert ablehnenden Haltung über die Philosophie nur wenig Schmeichelhaftes zu sagen. Er sah in ihr dogmatische Verengung des Denkens, den Zwang zu spekulativer Systembildung und ein Festhalten an animistischen Vorstellungen; ja er hat sich nicht gescheut, die Philosophie mit den Wahnbildungen der Paranoiker in Zusammenhang zu bringen. Die Philosophie ihrerseits hat dies damit quittiert, daß sie lange Zeit die Psychoanalyse entweder überhaupt ignoriert hat oder zumindest ihre volle Bedeutung für die Philosophie nur widerwillig zur Kenntnis nehmen wollte.
Hat sich dieses Bild durch eine gewisse Öffnung der Philosophie gegenüber der Psychoanalyse heute auch etwas gewandelt, so darf doch die Behauptung gewagt werden, daß die Philosophie zu Freud nach wie vor in einem zwiespältigen Verhältnis steht. Die akademische Schulphilosophie neigt dazu, sein Denken als einen der Philosophie äußerlichen Gegenstand anzusehen, der für die