You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Hermann Argelander stellt in diesem Buch das Ergebnis einer mehrjährigen Diskussion mit einer Gruppe von Mitarbeitern (im Rahmen eines unter seiner Leitung entwickelten Projektes am Psychoanalytischen Institut der Universität Frankfurt: »Psychoanalytische Beratung unter Supervision«) vor. Ziel ist es, fortgeschrittenen Psychologiestudenten die praktische Durchführung von zwei psychoanalytischen Beratungen unter Supervision zu ermöglichen. Die Konzeption und Organisationsform der Beratung basiert auf einer Modifikation der psychoanalytischen Methode, die entsprechend den Belangen der Universität und dem Ausbildungsstand der Psychologiestudenten nach dem Vordiplom zugeschnitten ist.
Die ersten, sehr positiv verlaufenen didaktischen und klinischen Erfahrungen mit dieser Beratungsform führten schnell zu der Frage: Welche Prozesse spielen sich dabei ab? Daraus ergeben sich die Fragestellungen: I. Worin besteht das Wesen der psychoanalytischen Methode? II. Wie manifestiert sich das Wesen der psychoanalytischen Methode im Beratungsablauf? III. Wie lassen sich die psychoanalytisch essentiellen Aspekte des Beratungsprozesses empirisch untersuchen?
Die Antwort auf die erste Frage lautet: Das Wesen der psychoanalytischen Methode besteht in der schrittweisen Aufdeckung des unbewußten Sinnes und der unbewußten Bedeutung von Ereignissen und Aussagen innerhalb des klinischen Dialogs durch das Mittel der Deutung.
Zu I: Damit läßt sich die erste Frage in drei Einzelfragen umformulieren: 1 a) Was ist (unbewußter) Sinn? 1 b) Was ist (unbewußte) Bedeutung? 1 c) Was ist eine Deutung?
Bei Sichtung der psychoanalytischen Literatur zu diesen Punkten kommt Argelander zu dem Schluß, daß die Psychoanalytiker zwar lernen, mit Sinn und Bedeutung klinisch umzugehen, daß es aber selten dazu kommt, »»Sinn« und »Bedeutung« als Erkenntnisziele der psychoanalytischen Arbeit zu formulieren, um sich in der praktischen Arbeit an ihnen zu orientieren« (S. 11).
Nach einer eingehenden Analyse des impliziten un