You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
»Die Schrift aber, die da geschrieben steht, lautet: Mene, Mene, Thekel, Upharsin.«
daniel, 5, 25.
(1) Im ersten Heft seiner in Kopenhagen erscheinenden »Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie« (ZPPS) publizierte der aus KPD und DPG gleichermaßen ausgeschlossene, nach Skandinavien emigrierte Wilhelm Reich 1934 einen im Oktober des Vorjahres in dem faschistischen Kampfblatt »Reichswart« erschienenen Artikel des Psychoanalytikers Carl Müller-Braunschweig über »Psychoanalyse und Weltanschauung«. Als die studentische Protestbewegung Reich in den späten sechziger Jahren für sich wiederentdeckte, wurden unter anderen »Raubdrucken« von Reich-Texten auch die beiden ersten Jahrgänge seiner 1934-39 erschienenen Zeitschrift nachgedruckt. Auf diese Weise wurde der für das Verständnis der Geschichte der Psychoanalyse vor und unter Hitler wichtige Aufsatz, der sonst vielleicht nur FaschismusExperten bekannt geworden wäre, abermals publik. Die Redaktion der ZPPS hatte seinerzeit (ZPPS, I, 1934, S. 74) ihre Absicht angekündigt, den Artikel in einem der nächsten Hefte zu kommentieren. Dazu kam es nicht. Nur in einer Vorbemerkung zum Abdruck eines 1932 verfaßten Aufsatzes von Reich - »Ein Widerspruch der Freudschen Verdrängungslehre« - kam man noch einmal auf den »Reichswart«-Artikel zurück:
»Die »Zeitschrift …« druckte im ersten Heft einen Artikel des Vorstandsmitglieds der deutschen psychoanalytischen Zweigvereinigung, Dr. Carl Müller, Braunschweig, ab, in dem die Gleichschaltung der psychoanalytischen Theorie der Neurosen mit der Hitlerschen Weltanschauung vollzogen wurde. Die Verbrennung der Bücher Freuds im »dritten Reich« hatte dem genannten Vorstandsmitglied die Unvereinbarkeit von Psychoanalyse und Faschismus offenbar nicht klar genug demonstriert« (ZPPS, I, H. 2, S. 115).
Auch als Reich sich dann im II. Jahrgang seiner Zeitschrift mit der »Funktion der »objektiven Wertwelt«« ([1932] 1935), also dem ideologischen Zentralproblem der Arbeit von Müller-Braunschwei