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In den Arbeiten von Lohmann/Rosenkötter (1982) und Brainin/Kaminer (1982), die sich zu einem wesentlichen Teil mit dem Verhalten der in Deutschland verbliebenen Psy ch o an aly tiker während der nationalsozialistischen Herrschaft beschäftigen, werden u. a. einige Sätze meines Vaters Carl Müller-Braunschweig zitiert, die aus einem Artikel stammen, den er 1933 im »Reichswart« veröffentlicht hat. Das Zitat selber, aber noch mehr seine wörtlich fast gleiche Wiedergabe in den zwei aufeinanderfolgenden Arbeiten der genannten Autoren, führt meinem Eindruck nach zu einem verzerrten Bild der Persönlichkeit Carl Müller-Braun-schweigs. Ich möchte deshalb im folgenden dazu aus meiner Sicht einige Bemerkungen machen.
In der — insgesamt sehr ausgewogenen und gründlichen — Darstellung von Lohmann und Rosenkötter »Psychoanalyse in Hitlerdeutschland« wird unter Bezugnahme auf dieses Zitat zunächst von »opportunistischer Anpassung an den völkisch-heroischen Zeit-Ungeist« (S. 964), später einfach von »Müller-Braunschweigs Opportunismus« (S. 965) gesprochen. Nun gibt es nichts daran zu deuteln: Diese Äußerung war opportunistisch. Aber besonders die Wiederholung dieser Sätze muß viele Leser zu dem Eindruck einer »opportunistischen Persönlichkeit« führen. Jedenfalls prägt sich verständlicherweise gerade jüngeren Kollegen, die weder die damalige Zeit erlebten noch Carl Müller-Braunschweig persönlich kannten, in erster Linie ein Zitat ein, in dem u. a. gesagt wird, daß die Psychoanalyse »… untüchtige Weichlinge zu lebenstüchtigen Menschen …« (macht) (usw.). Seine von Lohmann und Rosenkötter erwähnte spätere Haltung, die sich von den zitierten Sätzen wesentlich unterschied, und die man nicht als »opportunistisch« bezeichnen kann, wird von dem negativen Eindruck, den das Zitat hinterläßt, überlagert. Wenn man diese Sätze heute liest, klingen sie — je nach eigener Einstellung und Erfahrung — entweder lächerlich oder naiv oder pathetisch oder opportunistisch-charakterlos, vielleicht sogar ersch