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Die Autoren wollen die von Wilhelm Schmidt vertretene These des Urmonotheismus in diesem pouplärwissenschaftlichen Buch erneut einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Grundlage ihrer Überlegungen ist, daß sich bei einigen, gemessen an der technischen Entwicklung, am meisten zurückgebliebenen Völkern, z. B. bei den Feuerlandindianern und den zirkumpolaren Völkern, die Überlieferung von einem höchsten Wesen finden lasse. Von diesen Völkern schließen sie auf einen Hochgottglauben bei den Urmenschen, da diese Gott »näher« gewesen seien. Die Entwicklung des Menschen habe — neben seinem technischen Fortschritt — zugleich ein »Herabsinken« von der Höhe des Urmonotheismus bedeutet. Diese Dekadenz verfolgen sie durch zahlreiche Beispiele aus der gesamten Religionsgeschichte, um Reste und Wiederaufleben des Eingottglaubens aufzuspüren. Ihr Programm ist, durch die Untersuchung des »Gottesglaubens der ältesten Naturvölker« »eines Tages auf dem Weg über die Ethnologie eine Uroffenbarung Gottes zu ermitteln und damit einen historischen Gottesbeweis zu erbringen« (S. 57). Abgesehen davon, daß die Ethnologie mit einem solchen Nachweis mit Sicherheit überfordert ist und sich dieses Programm einreiht in die aus verschiedenen Quellen gespeisten Idealisierungen der Stammesgesellschaften, wie sie im gegenwärtigen »Ethnoboom« sich Ausdruck verschaffen, bringen die Autoren für die These des Urmonotheismus kein neues Material bei, so daß auch dieser Versuch als gescheitert angesehen werden muß. Gott ist, wie einmal der protestantische Religionswissenschaftler G. van der Leeuw schrieb, »ein Spätling in der Religionsgeschichte«. Die Grundthese des reich mit Bildern ausgestatteten Buches kann als »Bekenntnis zum Glauben« angesehen werden, das zu respektieren ist, aber, da der Glaube nicht durch die Wissenschaft begründbar ist, nicht geteilt werden kann.