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Psychoanalyse wird heute weniger als kritische Theorie, vielmehr als therapeutisches Verfahren in weitem Umfang praktiziert und bei den verschiedensten psychischen Störungen mit Erfolg angewandt. Ihre Methode ist gut beschreibbar. Sie hat sich in den psychoanalytischen Fachvereinigungen als lehr- und lernbar erwiesen. Dennoch fehlen über kasuistische Berichte hinausgehende empirische Untersuchungen, die ihre Effektivität als Methode belegen. Noch weniger empirisch untersucht ist der psychoanalytische Prozeß als solcher. Dasselbe gilt für die Ausbildungsforschung.
Bemühungen in dieser Richtung verdienen daher das besondere Interesse der Psychoanalytiker. Dabei sind diejenigen Ansätze, die transkribierte psychoanalytische Texte aus Behandlung und Supervision mit linguistischen beziehungsweise interaktions-analytischen Methoden untersuchen, besonders hervorzuheben. Dazu gehören zwei von der DFG geförderte Forschungsprojekte. Das eine, »Diskursstruktur der psychoanalytischen Therapie«, geleitet von Dieter Flader, das andere, »Modellversuch soziale Studiengänge«, unter Leitung von Dieter Eicke und A. Gaertner. Deren aufschlußreiche Ergebnisse werden, neben anderen, in einer Reihe von gut lesbaren, mit wörtlich transkribierten Texten angereicherten Arbeiten in einem Sammelband vorgelegt, der einen vorausgegangenen von Konrad Ehlich mit dem Titel »Erzählen im Alltag« (Frankfurt 1980) fortführt und ergänzt.
Es ist faszinierend zu verfolgen, wie Wissenschaftler vor dem Hintergrund einer anderen Theorie mit einer anderen Methode die eigene Praxis zum Gegenstand der Forschung machen. Mir selber ging es zunächst so, daß ich Angst hatte: Was wird dabei entdeckt werden? Wird sich die eigene Methode als in sich schlüssig und konsistent erweisen? Entspricht sie womöglich gar nicht gängigen wissenschaftlichen Standards? Um die Antwort vorwegzunehmen: Diese Sorge ist unbegründet. Die psychoanalytische Methode als Behandlungsverfahren ist in sich konsistent und schlüssig und entspricht