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Albert Einstein hat 1953 in einem Brief an die Jewish Peace Fellowship geschrieben: »Bloßes Lob des Friedens ist einfach, aber wirkungslos. Was wir brauchen, ist aktive Teilnahme am Kampf gegen den Krieg und alles, was zum Krieg führt.« Diesen Kampf haben sich große Teile der deutschen Bevölkerung zu eigen gemacht. Zu ihm gehört nicht zuletzt die Untersuchung der individuellen und gesellschaftlichen psychologischen Einstellungen, die Kriege herbeiführen helfen.
Zwischen der Entscheidung, die neue atomare Technologie wirtschaftlich und militärisch zu nutzen, und der Bildung eines Bewußtseins von ihren Auswirkungen liegt eine ganze Anzahl von Jahren. Die Friedensbewegung hat mittlerweile gezeigt, daß eine große Zahl von Menschen in der ganzen Welt eine Rüstungssituation, die uns alle mit Zerstörung bedroht, auf Dauer nicht zu ertragen vermag. Die deutsche Bevölkerung ist in bezug auf den Nato-Doppelbeschluß gespalten. Die heutige Regierung hält daran fest, daß es notwendig ist, sich militärisch möglichst weitgehend abzusichern, um einen Krieg zu verhindern. Die Einsicht, daß wir damit eher einer gegenseitigen Vernichtung entgegentreiben, wird abgeblockt. Eine Ideologie, die die atomare Rüstung für notwendig erklärt und gleichzeitig die Gefahr verleugnet, die damit verbunden ist, ist wenig überzeugend. Mit Erstaunen stellt man aber fest, daß sich viele unserer deutschen Mitbürger einer solchen Ideologie überlassen, ohne dabei Angst zu empfinden. Im Nationalsozialismus erlebten wir die Verleugnung der Gefahr durch das, was »Gleichschaltung« genannt wurde. Die deutschen »Volksgenossen« identifizierten sich miteinander in der Idealisierung des Führers und übernahmen seine Art des Denkens und Urteilens.
Eigenständige kritische Überlegungen oder gar abweichende Überzeugungen wurden als Verrat angesehen und drastisch bestraft. Damals rüstete man ganz offen zu einem Krieg, dessen Folgen verdrängt oder als unvermeidlich hingenommen wurden. Heute nimmt man die Gefahr zwar intelle