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Linguistik dient heute in aller Regel der Taylorisierung des Geistes, sie ist die spezifische wissenschaftliche Anstrengung, die zentrale menschliche Äußerung Sprache denjenigen sachzwänglich verstandenen Spielregeln anzupassen, welche sich aus der Verwissenschaftlichung der Produktion und des Lebens überhaupt ergeben haben. So gesehen ist Linguistik eine Herrschaftswissenschaft, die die Äußerungen der Menschen denjenigen Regeln zu unterwerfen helfen soll, welche sich als die der kapitalistischen Verwertung menschlicher (Kopf-)Arbeit in Automaten und Kommunikationssystemen etabliert haben. Senta Trömel-Plötz hingegen praktiziert eine andere Linguistik: Welche historischen Erfahrungen über das Frauen-Männer-Verhältnis haben sich in unseren Sprachen niedergeschlagen? Ist dieser Niederschlag für deren Verhältnis zueinander herrschaftsrelevant und, wenn ja, wie können wir etwas ändern?
Die Autorin, Professorin am Fachbereich Sprachwissenschaft in Konstanz, versammelte zur Klärung dieser Frage dreizehn Interviews, Vorträge und Aufsätze aus den Jahren 1978-1981. Die allermeisten Argumente sind semantischer Art: Welches Frauen-Männer-Verhältnis ist in unserer alltäglichen Sprache den Geschlechtern vorgegeben? Der Begriff der »Veränderung« im Titel ist hauptsächlich im Sinn des Bewußtmachens solcher herrschaftlicher Selbstverständlichkeiten zu verstehen. Der Zuschreibungscharakter von Sprache, dem sich niemand ohne weiteres entziehen kann, verweist zufolge klassisch-empirischer und hermeneutischer Analysen, aber auch nur, indem Begriffe oder Sätze im Kontext Frauen-Männer-Verhältnis dem Bewußtsein gezielt vorgehalten werden, darauf, daß für Frauen gewöhnlich die inferiore Position signalisiert wird, ganz unabhängig von einer ausdrücklichen Absicht von Sprecherinnen oder Sprechern. Die Bezeichnung »Amtmännin« ist eine der Grotesken, die wir uns gedankenlos leisten. Diese vom Mann abgeleitete Frau ist bis in die Schilderung der Schöpfungsgeschichte zurückzuverfolgen. Für die p