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Die Psychoanalyse hat mit ihrer Phasenlehre und ihrem Konzept der Objektbeziehungen eine geschlossene Theorie der Sexualität vorgelegt. Das Problem aggressiven Verhaltens hat sie ausgiebig beschäftigt. Sie hat eine Angsttheorie entwickelt sowie einleuchtende Konzepte über Trauer, Eifersucht, Schuld- und Schamgefühl, weniger ausgiebige über Liebe als Fähigkeit zu lieben, eher als Wunsch, geliebt zu werden. Versuche, eine umfassende Theorie der Gefühle zu begründen, wurden immer wieder unternommen: zum Beispiel durch Rapaport , auf Tagungen der Amerikanischen Psychoanalytischen Vereinigung (1968 und 1974) sowie durch Brenner . Die letzten einschlägigen Übersichts-Arbeiten stammen aus der Feder von Arlow, Green, Limentani (alle 1977) sowie von Annemarie und Joseph Sandler .
Neuerdings bemühen sich Ulrich Moser (Zürich) und Rainer Krause (Saarbrücken) um eine neue sowohl psychologische als auch psychoanalytische Ansätze integrierende Emotionstheorie. In ihnen werden zwar vielfältige Überlegungen über Zusammenhänge von Affekt und Phantasie, Affekt und Ich-Funktionen, über unbewußte und bewußte Affekte, über deren Entwicklung und Integration angestellt, eine sensu strictiori psychoanalytische, das heißt ebenso Aspekte der Triebtheorie wie die psychoanalytische Methode und Metatheorie berücksichtigenden Konzepte werden jedoch bis heute vermißt.
Es ist daher verdienstvoll, daß Izards Standardwerk über das zunehmend aktuelle Gebiet der »Emotionen des Menschen« nunmehr in einer gut lesbaren deutschen Fassung vorliegt: Emotionen erscheinen als »primäre Motivationssysteme« (S. 19) und sind, durchaus im Einklang mit der psychoanalytischen Triebtheorie, Begleiterscheinungen des Sexualtriebes. Sie werden vielfach durch äußere Reize ausgelöst. Außerdem sind sie eng mit Phantasie und entsprechenden kognitiven Prozessen verbunden. Schließlich gibt es angeborenes emotionales Verhalten, das in allen Kulturen gleich ist. Gleichzeitig sind die sozio-kulturellen Einflüsse auf das Gefühlsleb