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Die Geschichte des ungarischen, nicht-marxistischen philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert ist auch im ungarischen Kulturkreis weitgehend unbekannt. Die in Ungarn lebenden offiziellen, marxistischen Philosophen bemühten sich erfolgreich, die Bedeutung des Marxismus im modernen ungarischen philosophischen Leben zu überschätzen und die Bedeutung der sogenannten bürgerlichen Strömungen zu verkleinern.
Es ist ein Verdienst des in der Wiener Emigration lebenden ungarischen Philosophen Tibor Hanák, der schon einige Bücher über das ungarische Geistesleben und den Marxismus veröffentlicht hat, diese Lücke auszufüllen. Was uns am meisten interessiert: Hanák hat auch der Psychologie ein eigenes Kapitel gewidmet. Etwa die Hälfte dieses Kapitels ist den ungarischen Psychoanalytikern gewidmet. Hanáks Aufmerksamkeit gilt Sándor Ferenczi, Imre Hermann und Leopold Szondi. Hanák weiß und betont auch, daß keiner dieser drei Gelehrten Philosoph in engerem Sinne des Wortes war, daß aber ihr Lebenswerk eine philosophisch-anthropologische Bedeutung hat.
Wir hoffen, daß auch »Die vergessene Renaissance« — ähnlich den vorausgehenden drei Büchern des Autors (Lukács war anders; Die marxistische Philosophie und Soziologie in Ungarn; Die Entwicklung der marxistischen Philosophie) — in deutscher Sprache erscheinen wird.