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Ein Wissenschaftstheoretiker hat seinen Kollegen einmal vorgehalten, sie stellten sich in ihrem rigorosen Dogmatismus das Unternehmen Wissenschaft zu einfach vor: Wissenschaften könnten keine harmlosen Miezekätzchen sein, sondern ähnelten in ihrem jeweiligen Zustand eher vielköpfigen Drachen. Das Bild ist gut gewählt: ein Drache ist entweder gefährlich und unberechenbar oder ein Fabelwesen, das nicht wirklich existiert.
Die einen versuchen daher, Wissenschaft, so gut es geht, zu domestizieren, andere hingegen ziehen aus, um das Untier zu erlegen. Solche Drachentöter sind unlängst wieder unterwegs, um die Psychoanalyse zur Strecke zu bringen.
In der Wochenzeitschrift »Die Zeit« (Nr. 45 vom 5. Nov. 1982) verfaßte Dieter E. Zimmer ein umfangreiches Dossier mit dem Titel »Der Aberglaube des Jahrhunderts« und dem Untertitel »Die Psychoanalyse hat den Wahrheitsbeweis für ihre Lehre nicht erbringen können«. Sein Angriff richtete sich gegen den »Glauben«, den die Psychoanalytiker an ihre »Theorie« hätten, mit dem sie jederzeit alles und auch dessen Gegenteil erklären könnten und in dem sie kein Befund aus anderen Disziplinen irre machen könnte. Als Kronzeugen für seine Kritik zitierte Zimmer neben Popper den Zoologen und Nobelpreisträger Peter Medawar, der die Psychoanalyse mit einem überlebten wissenschaftlichen Dinosaurier ohne Zukunft verglichen hat. Der alte Kämpe Eysenck, der schon am 29. 9. 1967 in der »Zeit« Freud vom Sockel gekippt hatte, wurde diesmal — vielleicht wegen etwas schartiger Waffen — nicht in der ersten Schlachtreihe aufgestellt.
Die in der Nr. 50 vom 10. Dezember 1982 in der »Zeit« veröffentlichten Leserzuschriften — unter dem Titel-Schlachtruf »Hat irgend jemand schon einmal ein »Es« gesucht, untersucht, beschrieben oder gar gesehen?« — waren eindrucksvoll und zumindest insofern aufschlußreich, als Freunde und Kritiker des Dinosauriers die ganze Palette von Argumenten pro und contra verwendeten, die sich im Laufe der Jahrzehnte