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Ob es wohl von ungefähr kommt, daß dieses Buch in der Schweiz, der Heimat des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, geschrieben worden ist? Steht die Schweiz als Wahrzeichen für die Gefangenenhaltung in der westlichen Welt, über die man doch noch etwas mehr weiß, als über diejenige hinter dem Eisernen Vorhang? Ist es Zufall, daß dieses Buch in Zürich, dem Ort der Zürcher Unruhen, aber auch dem Ort der Zürcher Gnome, der Zürcher Banken geschrieben wurde? Ist es Zufall, daß dieser Versuch eines »langen Marsches durch die Institutionen«, beginnend nach 1968, im Jahr 1980 aufgegeben wurde? Diese und ähnliche Fragen mag sich der Leser nach der Lektüre dieses sehr empfehlenswerten Berichts über Psychotherapieversuche in zwei Zürcher Gefängnissen stellen.
Neben Erlebnisberichten wie demjenigen von Bluma Aurbach (»Als Frau im Gefängnis analysieren«), Renate Grütter (»Mein erster Gang durch das Gefängnis«), Hans Reller (»Ein Nachmittag im Bezirksgefängnis«), Peter Eisler (»Nein, danke — ein Rückblick«) stehen Berichte über gruppentherapeutische Erfahrungen in der Strafanstalt von Robert Lewinsky (»Gruppentherapeutische Erfahrungen in der Strafanstalt«), Werner Salzmann (»Die Arbeit als Psychiater in der Strafanstalt Regensdorf«) und zwei Artikel vom Initiator der gesamten Arbeit, Ralf Binswanger (»Konzepte und Aufbau des Gefängnispsychiatrischen Dienstes« und »Versuch einer politischen Einschätzung«).
Das Gefängnis macht hilflos und ohnmächtig, nicht nur den Gefangenen, der darin seine »Strafe erwartet oder absitzt«, sondern auch den darin gefangenen Wächter und jeden anderen darin Arbeitenden, sei er Psychiater, Psychotherapeut, Sozialarbeiter oder somatischer Arzt. Die Frage ist nur, wie diese verschiedenen Hilflosen mit ihrer Ohnmacht umgehen. Der Gefangene, der als einziger total unfreiwillig und ohne »freie Wochenenden« 24 Stunden am Tag in dieser Institution zurückgehalten wird, ist am härtesten von dem totalen Ausgeschlossensein von einer »freien Gesellschaft« und d