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Die Autorin, Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie, legt einen Erfahrungsbericht aus einer 20jährigen landärztlichen Praxis in einer kleinen bayerischen Gemeinde vor. Wie aus dem Geleitwort von Biermann zu entnehmen ist, erschien das Buch bereits 1971 unter dem Titel »Wir machen unsere Kinder krank«. Aus dem vorliegenden Band ist nicht erkennbar, ob es sich um eine überarbeitete Fassung oder eine unveränderte Neuauflage handelt. Das Buch leistet einen engagierten Beitrag zu den Aufgaben eines »Familienarztes«, wie sie von Balint konzeptualisiert wurden (die Autorin hat selbst viele Jahre an Balint-Gruppen teilgenommen). In 14 Kapiteln werden anhand kasuistischer Beispiele einzelne psychische und psychosomatische Krankheitsbilder von Kindern zwischen dem Säuglingsalter und der Pubertät unsystematisch vorgestellt, wobei das Verständnis für die Krankheitsentstehung jeweils aus der Darstellung sozialstruktureller Familienverhältnisse, von Erziehungsfehlern, Aufklärungsdefiziten oder Krankheiten der Eltern hergeleitet werden soll. Nur in einzelnen Kasuistiken wird deutlich, daß der Autorin der sehr viel komplexere Bedingungszusammenhang von innerer Dynamik und äußeren Einflüssen bei der Entstehung psychischer Symptomatik grundsätzlich bekannt ist. Neben der Schwierigkeit, diesen Bedingungszusammenhang immer zu erkennen bzw. darzustellen, scheint die Autorin aus zwei Gründen bewußt auf eine stärker analytisch fundierte Darstellung zu verzichten: Das Buch ist zum einen nicht für Analytiker geschrieben, sondern vor allem für Ärzte, die in der therapeutischen Versorgung von Familien tätig sind (Allgemeinärzte, Kinderärzte, Internisten); zum andern mißt sie nach ihren Erfahrungen — in Abgrenzung von A. Freud — den äußeren Einflüssen auf die Entwicklungsdynamik des Kindes mehr Bedeutung bei als der Eigengesetzlichkeit der »inneren Entwicklungslinien« (S. 11). Die Autorin berührt damit eine neu in Gang gekommene Diskussion über die traumatisierende Bedeutung äußerer Le