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Die Autoren der Streitschrift1 haben den Psychoanalytikern eine bittere Lektion erteilt. Und der Gedanke, hier hätte auch enttäuschte Liebe mitgesprochen, tröstet wenig. Denn sie haben nicht nur Motive, sie haben auch Argumente. Und sie nennen sie. Erdheim sagt ihnen, sie hätten zu lügen begonnen, seien unaufrichtig geworden, hätten ihre Kontrollen verschärft, würden die Kandidaten zum Faulenzen und Stehlen verführen und den Typ favorisieren, der »zur unbewußten Unaufrichtigkeit« neige, sich selbst in der Unbewußtheit bewegen, die eine Voraussetzung der Herrschaft sei. Parin sagt ihnen, sie würden ihre Allmachtswünsche verdrängen, in ihren Institutionen und ihren Analysen blindlings Macht ausüben, hier mittels hierarchischer Strukturen, dort mittels positiver Gegenübertragung, hätten ein kollektives Ich-Ideal errichtet und würden sich »des schwer zu verleugnenden gesellschaftskritischen Potentials ihres Wissens und Tuns ganz entledigen«. Dahmer zeigt ihnen, wie sie seit 30 Jahren auf dem Rückzug sind, sich auf Therapie, auf Ich- und Selbstpsychologie beschränkten, die Lehre von den Trieben und von der Kultur verrieten, keine risikobereiten Wahrheitssucher mehr seien, sondern »timide und apolitische Therapeuten«, die sich »am Berufsbild des Facharztes« orientierten, »Realität ausblendeten«, »quietistisch lebten«. Anselm legt dar, daß Symptome als Widerstände gegen gesellschaftliche Zurichtungsmechanismen zu begreifen seien, als Kompromisse »zwischen Subjekt und sozialer Norm«, und daß die Frage nach »Macht und Ohnmacht der Psychoanalyse« mit der Frage nach ihrem »Beitrag zur Lösung zentraler kultureller Probleme« verbunden werden müßte. Lohmann sagt ihnen, daß sie die pessimistischen Perspektiven Freuds gegen freundliche und lebenszugewandte Attitüden eingetauscht, »den letzten Rest von Erinnerung an den horror mortis und den Schrecken des Sexus aus ihrem Gedächtnis getilgt« hätten, »massenhaft existierendem falschem Bewußtsein… noch nachträglich die psychoanalytisch