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Die hier zur Veröffentlichung gekommene Dissertation der Autorin hat zum Ziel, über die Erstellung eines theoretischen Rahmens klinischer Urteilsbildung zu Kriterien für eine ichpsychologische Diagnostik zu kommen. Zugleich werden Grundlagen für das von Bauriedl (1980) veröffentlichte Buch »Beziehungsanalyse« entwickelt.
Die Aufgabe ichpsychologischer Diagnostik sieht sie besonders darin, »… den Kontroll- und Anpassungsmechanismen des Individuums in der Auseinandersetzung der eigenen Bedürfnisse mit den Gegebenheiten der Umwelt« (S. 17) nachzugehen und »Methoden zu ihrer Operationalisierung zu entwickeln« (ebd.). Bevor Bauriedl konkrete Vorschläge für die Interpretation und Auswertung projektiver Testverfahren ableitet, werden die theoretischen Probleme, die sonst meist den praktischen Notwendigkeiten klinischer Diagnostik zum Opfer fallen, sehr ausführlich diskutiert. Dies beginnt mit einer Analyse der Ich-Funktionen, die besonders die Auseinandersetzung zwischen Freudscher und »amerikanischer« Ichpsychologie aufnimmt. Dem folgt die Aufarbeitung der auf diesem Gebiet entscheidenden Grundbegriffe (Primär- und Sekundärprozeß, das Unbewußte und der psychoanalytische Symbolbegriff). Die Behandlung der Diagnostik als Erkenntnisproblem wird abschließend auf die epistemologische Stellung der Psychoanalyse überhaupt bezogen: Die Dichotomie von hermeneutischem und naturwissenschaftlichem Ansatz will Bauriedl durch die Definition der Psychoanalyse als Beziehungsanalyse überwinden.
Ausgangspunkt der Arbeit bilden die Unterschiede zwischen Freudscher und »amerikanischer« Ichpsychologie. Kritisch bezieht sich die Autorin auf konformistische Züge besonders der Hartmannschen Theorie der autonomen Ich-Zonen. Leider wird diese Kritik bei Autoren wie Rapaport oder Sandler und Joffe nicht weitergeführt, die durch ihre Theorien über die »Autonomie des Ichs von der Umwelt« und durch die Aufhebung des Konfliktbegriffs durch den Problembegriff wesentliche Freudsche Positionen aufgaben. Di