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Nach langen Jahren des Nicht-zur-Kenntnis-Nehmens oder des Abwehrens der Psychoanalyse durch die Theologie ist in letzter Zeit eine Diskussion zwischen (zunächst evangelischer) Theologie und Psychoanalyse in Gang gekommen (vgl. die Veröffentlichungen von J. Scharfenberg). H. Müllers Arbeit stellt einen Beitrag zu dieser Diskussion von katholischer Seite dar. Dieser ist geleitet von dem Interesse, »Psychoanalyse und Glauben vereinbaren zu können und die Spannungen, die ihre Erfahrung mit sich bringt, zu vermindern« (S. 29). Vor dieses Problem sieht sie insbesondere denjenigen gestellt, »der sich als Gläubigen versteht und eine Analyse durchmacht« (S. 29). Thema ist mithin das »Und« zwischen Glauben und Psychoanalyse. Dieses »Und« versucht sie am Beispiel zweier disparat erscheinender Lehren, der Psychoanalyse J. Lacans und dem Glaubenszeugnis S. Weils durchzuführen, die sie miteinander ins »Gespräch« bringen will. Ein solches Unternehmen ist zunächst, und dies möchte ich betonen, zu begrüßen. Allzuviel ist in dieser Sache aneinander vorbeigeredet worden. Jedoch ist dieser Vergleich und dieses »Gespräch« mit Schwierigkeiten behaftet. Denn zum einen kann die sprachspielhafte, strukturalistische Interpretation der Psychoanalyse durch Lacan kaum als repräsentativ für die Psychoanalyse angesehen werden, zum anderen stellt sich die Frage, ob Simone Weils Zeugnis des Glaubens für mehr steht als für sie selbst. Als ihr Glaubenszeugnis ist dies immerhin zu respektieren, wird aber fraglich, wenn es mit kollektiv verbindlichem Anspruch auftritt. Denn woher weiß S. Weil und mit ihr Müller, daß es sich bei »jener Fähigkeit zum Gehorsam, die im Menschen das Gottesbild selber ist« (S. 362, zum Gehorsam als Glaubensmodus passim), nicht um einen neuen Götzen handelt? Allzuoft ist Gehorsam im Namen von Götzen gefordert worden. Weiterhin stellt sich die Frage, wie eine wissenschaftliche Lehre, die mit dem Anspruch des Wissens auftritt, auch wenn dieses Wissen nicht als feste Münze ausg