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Zur Nachkriegsgeschichte der Psychoanalyse in Deutschland gehört die Förderung, welche sie an einigen wenigen Universitäten durch Hochschullehrer der Psychologie erfuhr. Mekka einer tiefenpsychologisch orientierten Psychologie war in den fünfziger und sechziger Jahren die Universität Freiburg i. Br., wovon der große Anteil ehemaliger Freiburger Psychologen unter den heutigen Psychoanalytikern zeugt.
Es waren zwei Hochschullehrer-Persönlichkeiten, welche Studenten von weither anlockten, Robert Heiss und Hans Bender. Heiss, von der Philosophie herkommend und an die Tradition geisteswissenschaftlicher Psychologie — besonders Ludwig Klages — anknüpfend, schrieb eine »Allgemeine Tiefenpsychologie« (neu aufgelegt als Kindler-Taschenbuch) und baute an seinem Institut ein psychodiagnostisches Lehrprogramm auf, wie es heute nirgendwo mehr zu finden ist. Benders Spezialgebiet war die Parapsychologie, als Universitätsfach einmalig in Deutschland und international selten. In der Lehre aber war sein Fach die Psychologie als Ganzes, wie es damals die Regel war, und so las er meist Entwicklungs-, Persönlichkeits-, Sozial- und Tiefenpsychologie, viel seltener Parapsychologie. Seine weit über bloße Sympathie hinausgehende Beschäftigung mit der Tiefenpsychologie — dabei ohne jede Intoleranz mehr zu C. G. Jung neigend, den er persönlich kannte — hing nicht nur mit ihrem unersetzlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Klärung seines Forschungsgebietes zusammen, sondern ruhte tief in alten historischen Wurzeln. Denn wie Ellenberger ausführlich darstellt (»Die Entdeckung des Unbewußten«, 1973) entstanden wissenschaftliche Tiefenpsychologie und Parapsychologie in zunächst ununterschiedener Verflochtenheit während des 19. Jahrhunderts durch den Wagemut einzelner Forscher, welche sich seltsamen und unseriös erscheinenden psychischen Phänomenen zuwandten: den hysterischen, den hypnotischen, aber auch den telepathischen und den spiritistischen. Die psychoanalytischen Entdeckungen Freuds boten