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In Deutschland ist der Begriff der therapeutischen Gemeinschaft eng mit dem der Sozialpsychiatrie verbunden; letztere hat in den sechziger Jahren vor allem aus Großbritannien Konzepte übernommen, die besonders auf Maxwell Jones verweisen. Neben den sozialpsychiatrischen Ansätzen hat sich von den Anfängen der Einzelpsychotherapie in der Klinik über die Einführung von Gruppentechniken ein psychoanalytisch orientiertes stationäres Psychotherapiekonzept entwickelt, das als gruppendynamischer Gesamtorganismus besonders hinsichtlich seiner therapeutischen Wirkung reflektiert werden muß. Im Vergleich zum sozialpsychiatrischen Konzept kann diese neue Art therapeutischer Gemeinschaft gleichsam als strukturierte analytische Großgruppe betrachtet werden.
Die Herausgeber des hier rezensierten Buches zeichnen die Entstehungsgeschichte des Modells der therapeutischen Gemeinschaft nach und weisen besonders auf dessen psychoanalytische Ursprünge hin. Außer Jones, der in der Mill-Hill-Klinik mit psychisch desintegrierten Armeeangehörigen arbeitete, entwickelte auch die »Northfield-Gruppe« — ein Team von psychoanalytisch ausgebildeten Psychiatern, zu denen Main, Foulkes und Bion gehörten — mit ebensolchen Patienten eine Form von psychoanalytischer Therapie in der Klinik, die »therapeutische Gemeinschaft« genannt wurde (die Priorität für diese Benennung beansprucht Main). Während Main Probleme der stationären Psychotherapie formuliert, die heute erst wiederentdeckt werden, vertritt Foulkes die britische Richtung der analytischen Gruppenpsychotherapie und Bion den Zweig der