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Der wissenschaftlichen Durchdringung der Kindheit als eigenständigem Problemkreis hat man sich erst in jüngerer Zeit zugewendet. Die Geschichte der Wissenschaft vom Kind legt nun eine Psychoanalytikerin aus Österreich, Elisabeth Wiesbauer, dar. Welchen Stellenwert das Kind als Objekt der Wissenschaft einnahm, welche Auffassungen über das Kind bestanden, welche sozialen, medizinischen und psychologischen Bemühungen seinetwegen unternommen wurden und vor allem — welche nicht, untersuchte Wiesbauer für den Zeitraum von 1800 bis 1914. Der Autorin, die sich in ihrer Beschreibung und Analyse der medizinischen und psychologischen Kinderforschung auf die im Bereich der Wiener Universität hervorgegangenen Publikationen und praktischen Tätigkeiten, sowie, bei der außeruniversitären Psychoanalyse, auf den Kreis der Wiener Psychoanalytiker bezog, kommt das Verdienst zu, mit wissenschaftlicher Akribie ein überaus reiches Quellenmaterial durchgearbeitet zu haben. Sie hat damit einen Einblick in die realen Verhältnisse jener Zeit gegeben. Diese lange Zeitspanne zeigt ein repräsentatives Bild unseres Umganges mit einem der hilflosesten Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft — dem Kind. Wiesbauer beschreibt, wie das Kind zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch ausgebeutet, vernachlässigt und zu den schwersten und schmutzigsten Arbeiten herangezogen wurde. Es erlitt